Abriss beendet: von den ehemaligen Türmen des Kohleraftwerks ist nichts übrig.

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

"Schon verrückt, alles weg" Kohlekraftwerk Ibbenbüren ist abgerissen

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Nach drei Jahren Abriss ist vom Kohlekraftwerk Ibbenbüren inzwischen nichts mehr übrig. Wie es jetzt auf dem Gelände weitergeht.

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Petra Brönstrup

Erst die Sprengung des Kesselhauses und des Kühlturms im April 2025 und dann zehn Monate später, im Februar 2026, die Sprengung des 275 Meter hohen Schornsteins auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Ibbenbüren: Das alles wird den Menschen in Ibbenbüren noch lange in Erinnerung bleiben.

Tausende haben aus sicherer Entfernung beobachtet, wie die Landmarken der nördlichsten Kohleregion Deutschlands zu Boden gingen. Es wurden zigtausend Fotos und Videos gemacht. Das WDR-Fernsehen hat die Sprengungen live übertragen.

Auf Abriss folgt Neubau

Nach drei Jahren ist der Abriss nun komplett beendet. Am Mittwochvormittag wurde das Gelände an den neuen Eigentümer übergeben. Das ist der Stromnetz-Betreiber Amprion aus Dortmund. Er will auf dem Gelände einen Konverter zur Umwandlung von Windstrom von der Nordsee in Wechselstrom für die Steckdose bauen.

Große Sandfläche des ehemaligen Kraftwerks.

Wo zuvor das Kraftwerk stand ist jetzt eine riesige leere Fläche.

"Das ist schon verrückt, alles weg." Marc Schrameyer (SPD), Bürgermeister Ibbenbüren

Der Konverter wird von außen aussehen wie ein riesiger Schuhkarton, 180 Meter lang, 70 Meter breit, 22 Meter hoch. Er hat riesige Kapazitäten, damit kann der Strombedarf von zwei Millionen Menschen gedeckt werden. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, im Jahr 2031 soll der Konverter ans Netz gehen.

Eine Konverterstation von Amprion

So oder so ähnlich könnte der Konverter in Ibbenbüren aussehen.

"Starkes Zeichen"

Ibbenbürens Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) ist froh über diese Lösung: "Unser Prozess der Kohlekonversion ist nicht nur ein Schlagwort, sondern schafft ganz konkret gute Aussichten für Ibbenbüren und die Region, und darüber freuen wir uns sehr." Damit liege das alte Kraftwerksgelände nicht jahrelang brach, sondern werde weiter sinnvoll genutzt.

Marc Schrameyer (SPD), Bürgermeister Ibbenbüren

Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) setzt weiter auf den Energiestandort Ibbenbüren.

"Der Konverter ist für uns Ibbenbürener ein starkes Zeichen." Marc Schrameyer (SPD), Bürgermeister Ibbenbüren

170.000 Tonnen Bauschutt

Insgesamt 170.000 Tonnen Bauschutt fielen beim Abriss an, sagt die auf solche Großanlagen spezialisierte Firma Hagedorn aus Gütersloh. Ein Großteil davon soll wiederverwertet werden, unter anderem zur Befestigung des Geländes.

"Die größten Herausforderungen waren unter anderem die selektive Entfernung von 87.000 asbesthaltigen Abstandshülsen im Beton des Kraftwerkkomplexes (...) und die beiden großen Sprengungen." Firma Hagedorn, Pressemitteilung

Nach der Stillegung des Kohlkraftwerks Ibbenbüren hatte Hagedorn das Gelände zunächst vom Kraftwerksbetreiber RWE gekauft und hat es jetzt nach erfolgreichem Abriss an Amprion weiterverkauft. Wieviel Geld Hagedorn damit verdient hat, bleibt Geschäftsgeheimnis.

Neuer Konverter für Ibbenbüren

WDR 21.07.2026 01:07 Min. Verfügbar bis 20.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Firma Hagedorn, Gütersloh
  • Firma Amprion, Dortmund
  • Gespräch mit Marc Schrameyer, Bürgermeister Ibbenbüren

Sendung: WDR.de, Abriss beendet: von den ehemaligen Türmen des Kohleraftwerks ist nichts übrig, 22.07.2026, 19.26 Uhr

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