Polizei aus ganz NRW war in Lengerich

WDR 01:40 Min. Verfügbar bis 23.06.2028

Nach Bedrohung in Lengerich Abgelehnte Sozialleistungen mögliches Motiv

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Nach der Bedrohungslage am Dienstag im Rathaus Lengerich zeichnet sich ein mögliches Motiv ab: Der 47-Jährige wollte möglicherweise gegen abgelehnte Sozialleistungen protestieren. Er hatte damit gedroht, sich vor Stadtmitarbeitern anzuzünden.

Die Stimmung im Rathaus in Lengerich ist nach dem Vorfall am Dienstag gedrückt. Einen Tag danach ist das Rathaus wieder geöffnet. Nur der Fachbereich Soziales bleibt geschlossen. Die Beschäftigten dort müssen das Erlebte aber erst mal verarbeiten, sagt eine Pressesprecherin der Stadt dem WDR.

Gang des Sozialamtes im Rathaus Lengerich

Der Fachbereich Soziales bleibt am Tag nach dem Vorfall geschlossen.

Am Dienstagmittag war der 47-Jährige in das Rathaus in Lengerich gestürmt und hatte sich dort in einem Büro im Fachbereich Sozialesmit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen. Laut Polizei trug er ein Feuerzeug bei sich. Im Büro soll sich der Mann mit zwei Mitarbeitern verschanzt haben. Andere Mitarbeitende im Rathaus hatten sofort einen Notruf abgesetzt.

Polizeiautos auf der Straße

Die Straßen in Lengerich rund um den Einsatzort waren lange Zeit gesperrt.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Die Polizei war kurz darauf mit vielen Beamten vor Ort, auch Spezialeinsatzkräften. Schnell hatten sie die Lage im Griff. Für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Polizei keine Gefahr.

"Die Polizei konnte die Situation sehr deeskalierend lösen. Es ist zu keiner Schädigung einer Person gekommen." Heike Piepel, Polizei Steinfurt
Die Polizeipressesprecherin Heike Piepel

Polizei-Pressesprecherin Heike Piepel

Der Mann selbst hatte sich an der brennbaren Flüssigkeit leicht verletzt und kam in ein Krankenhaus. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 47-Jährigen, der polizeibekannt ist.

Wohnung des Mannes durchsucht

Nachdem Spezialeinheiten den Mann am Dienstag festgenommen hatten, durchsuchten Ermittler seine Wohnung. Dabei stellten sie mehrere Datenträger sowie eine Softair-Waffe sicher. Auf das mögliche Motiv kam die Polizei nach der Vernehmung.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern weiter an. Nach seiner Verhaftung wurde der Mann zuerst ärztlich versorgt und danach in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Bürgermeister lobt Mitarbeitende

Den Mitarbeitenden im Rathaus wurde psychologische Hilfe angeboten. Der Bürgermeister hatte am Mittwoch schon mit einigen gesprochen und war dabei voll des Lobes. Alle hätten sehr besonnen reagiert.

Die besonders betroffenen Kollegen und Kolleginnen aus dem Fachbereich Soziales sind am Tag nach dem Ereignis beurlaubt. Viele kamen aber trotzdem zur Arbeit, um gemeinsam das Erlebte nachzubesprechen.

Björn Schilling, Bürgermeister von Lengerich, neben einem "Etage geschlossen" Schild

Bürgermeister Björn Schilling ist froh, dass alle besonnen gehandelt haben.

Büro im Rathaus wird komplett saniert

Das Büro, in dem sich der Mann mit der brennbaren Flüssigkeit übergossen hatte, wird komplett ausgeräumt. Der Teppich und auch die Möbel werden gerade ausgetauscht.

Unsere Quellen:

  • Polizei Münster
  • Polizei Steinfurt
  • Reporter mit Eindrücken von vor Ort
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Pressesprecherin Stadt Lengerich
  • Reporter im Gespräch mit dem Bürgermeister

Abgelehnte Sozialleistungen mögliches Motiv

WDR 24.06.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 23.06.2028 WDR Online

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Sendung: WDR 2, Lokalzeit Münsterland, 24.06.2026, 16.31 Uhr

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