Hohe Kosten für Krankenwagen im Kreis Warendorf?

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1 Min. 45 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Rettungswagen-Einsätze im Kreis Warendorf Patienten drohen satte Rechnungen

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Es gibt weiter Streit um die Bezahlung des Rettungsdienstes im Kreis Warendorf. Krankenkassen und Kreis können sich nicht einigen.

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Veerle Seelig

Es ist offenbar keine Lösung in Sicht: Der Kreis Warendorf und die Krankenkassen streiten sich weiter über die Finanzierung des Rettungsdienstes.

Ein Schreiben mit Kompromissvorschlägen sei beim Kreis eingegangen, aber es habe „bislang nicht zu einer belastbaren Annäherung geführt“, heißt es vom Kreis in einer Mitteilung. Die Haltung der Kassen hält der Kreis für „nicht lösungsorientiert“.

Viele Ursachen für Gebühren-Streit

Im vergangenen Jahr hatten die Krankenkassen angekündigt, nicht mehr ausnahmslos für Kosten bei Rettungseinsätzen aufzukommen. Konkret geht es um sogenannte Leer- oder Fehlfahrten. Das sind Einsätze, bei denen ein Rettungswagen ausrückt, aber am Ende keinen Patienten ins Krankenhaus transportiert.

In Warendorf kommen aber noch mehr Probleme hinzu. Zum einen werden Abrechnungen aus vergangenen Jahren erneut überprüft und die Gebührensatzung des Kreises nicht anerkannt. Dies könnte zu einem Finanzierungsloch beim Kreis führen.

Kosten für Bürger im Kreis Warendorf

In der Folge könnte es dazu kommen, dass der Kreis die Bürger zur Kasse bittet - mit entsprechenden Gebührenbescheiden. Und zwar alle Patienten, für die ein Rettungswagen gerufen wird oder wurde - sogar rückwirkend für das ganze Jahr 2026.

Das Paar Kurt und Brigitte Köppert schauen in die Kamera.

Brigitte und Kurt Köppert haben Sorge wegen der Pläne

Bildquelle: WDR / Veerle Seelig

Die Menschen im Kreis sind von den Plänen nicht begeistert. Der 75-jährige Kurt Köppert zum Beispiel: "Ich habe eine kleine Rente. Die Krankenkassen streichen alles zusammen, Krankenhäuser schließen. Das finde ich beängstigend!"

"Dann fällt man ja in die Gefahr, dass man keinen ruft, selbst wenn es notwendig ist. Nur weil man ihn dann eventuell bezahlen muss!" Kevin Klein
Das junge Paar Kevin Klein und Julia Westerwlad schauen in die Kamera und Kevin Kleine hält einen Leine für den Hund im Hintergrund.

Julia Westerwald und Kevin Klein glauben, dass weniger Krankenwagen gerufen werden.

Bildquelle: WDR / Veerle Seelig

Julia Westerwald und ihr Partner Kevin Klein pflichten dem Rentner bei. Die 30-jährige leidet unter einer generalisierten Angststörung. Bei ihr kommt es durchaus vor, dass sie einen Krankenwagen ruft: "Wenn ich nachts um zwei denke: Ich sterbe, dann ein Krankenwagen kommt, mich durchcheckt und beruhigt, dann fährt man vielleicht nicht mit ins Krankenhaus."

Bürger kritisieren Pläne des Kreises Warendorf

Und weiter erzählt Westerwald, sie kenne viele Menschen mit psychischen Problemen. Sie glaubt, dass sich diese Menschen dann noch weniger Hilfe holen als bisher.

Olaf Gericke
"Das hat erhebliche Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte des Kreises und seiner Städte und Gemeinden, wenn nicht die Versicherten zur Zahlung von Rettungsdienstgebühren herangezogen werden sollen." Dr. Olaf Gericke, Landrat Kreis Warendorf

Der Kreis möchte weiter verhandeln, sieht aber die Krankenkassen in der Pflicht den nächsten Schritt zu machen. Währenddessen bereiten sich die Städte Ahlen, Beckum und Warendorf, die für die Organisation des Rettungsdienstes zuständig sind, auf die Erteilung von Gebührenbescheiden vor.

Müssen Menschen im Kreis Warendorf bald für Krankenwagen zahlen?

WDR 17.09.2026 34 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Unsere Quelle:

  • Pressemitteilung Kreis Warendorf
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, "Patienten drohen satte Rechnungen", 17.09.2026, 16:15 Uhr

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