Pflaumen satt trotz Hitzestress
Bildquelle: WDR/ Petra BrönstrupWDR. 01:44 Min.. Verfügbar bis 12.08.2028.
Die Pflaumen hatten in diesem Jahr einen guten Start. "Kein Frost in der Blüte", sagt Pflaumenbäuerin Marion Stemich. Sie und ihre Familie bauen in Oelde-Stromberg auf 15 Hektar Pflaumen an, darunter auch die Sorte "Stromberger Pflaume", das Original. Aber die braucht noch ein bisschen.
Andere Sorten wie "Auerbacher" oder "TopFive" werden jetzt gerade geerntet.
"Wir können mit der Ausbeute und der Ernte zufrieden sein." Marion Stemich
Pflaumenhof Stemich, Oelde-Stromberg
Wenig Wasser, kleine Früchte
Natürlich fehlt auch auf dem Pflaumenhof Stemich Wasser. Aber die Bäume werden zum Teil bewässert, und das merkt man dann auch. "Das ist schon ein großer Unterschied, ob ich die Bäume bewässern kann oder nicht", sagt Stemich.
Viele Pflaumen wurden bereits geerntet.
Bildquelle: WDR/ Petra BrönstrupDeshalb könnte es sein, dass Gärtner zu Hause oder im Schrebergarten in diesem Jahr viele Früchte haben, aber vielleicht nicht große. Es fehlt Wasser. Überall.
Obstbäume hängen voll
Auch auf den Apfelplantagen. Wegen der Trockenheit wird die Ernte der frühen Sorten nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer NRW in diesem Jahr später beginnen.
Und dann ist auch dort die entscheidende Frage: Können die Bäume bewässert werden oder nicht? "Bei Obstanlagen, die nicht bewässert werden können, bleiben die Früchte voraussichtlich etwas zu klein", teilte die Landwirtschaftskammer mit. Aber auch bei Äpfeln scheint es vielerorts so zu sein, dass es eine gute Ernte gibt. Zumindest hängen die Bäume voll.
Beeren verbrennen zu Trockenobst
Auch auf dem Obsthof Löbke in Ibbenbüren haben die Mitarbeiter in diesen Wochen alle Hände voll zu tun: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Gurken, Kürbisse. Die Felder sind voll. Allerdings setzt auch dort die Witterung den Pflanzen mächtig zu.
"Hitze und Trockenheit sind für die Pflanzen nur Stress." Matthias Löbke
Obst- und Gemüsehof Löbke, Ibbenbüren
Obstbauer Matthias Löbke sagt, dass viele Früchte Sonnenbrand bekommen. "Sie verbrennen zu Trockenobst." Früchte wie Erdbeeren oder zum Teil auch Himbeeren seien kleiner als sonst, notreif und von schlechterer Qualität.
Billig-Obst aus dem Ausland
Das, was Löbke zusätzlich Probleme macht, ist das Verbraucherverhalten. Die Nachfrage nach heimischem Beerenobst sei gesunken, möglicherweise wegen der preiswerten Ware aus dem Ausland.
Deshalb weiß Löbke nicht, wie lange es noch Himbeeren und andere Sommerfrüchte frisch aus Ibbenbüren geben wird. Selbst wenn die Ernte wie in diesem Jahr üppig ausfällt.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Marion Stemwich, Pflaumehof Oelde-Stromberg
- Gespräch mit Matthias Löbke, Obst- und Gemüsehof Löbke, Ibbenbüren
- Landwirtschaftskammer NRW
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 12.08.2026, 14.30 Uhr
