Den Feldern geht es gar nicht gut
WDR. 02:30 Min.. Verfügbar bis 17.07.2028.
Der Weizen auf den Feldern im Münsterland ist durch die extremen Temperaturen der letzten Wochen in die sogenannte "Notreife" übergegangen. Weil die Hitze die grünen Bestandteile der Pflanzen regelrecht weggebrannt hat, startet die Ernte rund zehn Tage früher als in normalen Jahren. Auch das Stroh ist deutlich früher trocken als üblich.
Brandgefahr auf den Feldern: Ein Funke genügt
Die vorgezogene Noternte in Lüdinghausen birgt Gefahren für Mensch und Maschine. Bei Temperaturen ab 35 Grad steigt das Risiko für Feldbrände an.
Landwirt Fabian Schulze Messing ist momentan täglich bei der Ernte.
"Wenn irgendwo Stroh gepresst oder gedroschen wird und ein Stein in die Maschine gelangt, kann das bei den hohen Drehgeschwindigkeiten sofort Funken schlagen. Der trockene Strohschwad fängt dann blitzschnell Feuer", warnt der Lüdinghauser Landwirt Fabian Schulze Messing.
Die Landwirte müssen bei diesen extremen Bedingungen unter höchster Wachsamkeit arbeiten, um Brände auf den staubtrockenen Feldern zu verhindern.
Entwarnung in anderen Regionen Westfalens
Trotz der dramatischen Lage auf sandigen Böden und in besonders betroffenen Hitze-Hotspots - das Gesamtbild in Westfalen-Lippe ist differenzierter. Mancherorts läuft die Ernte von Roggen, Triticale, Raps und Weizen auch ohne verfrühten Stress, je nach Witterung und Bodenbeschaffenheit.
Neue Sorten für extremeres Wetter
Aber auch grundsätzlich rüsten sich die Bauern für Trockenheit und Klimawandel: "Durch Forschung und Sortenwahl ist das Getreide grundsätzlich gut auf die Witterungsverhältnisse und die klimatischen Bedingungen angepasst", sagt Laura Haachmann vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV).
Stellenweise wurde das Getreide im Münsterland deutlich früher geerntet.
Warum die Hitze auch Vorteile hat
Trotzdem bringt das Sommerwetter für die Landwirte nicht nur Nachteile. Die anhaltende Trockenheit sorgt auch für Ruhe im Arbeitsalltag. Ohne drohenden Regen weniger Stress bei der Ernte. Landwirte und Lohnunternehmer können ohne Unterbrechungen durcharbeiten. Oft rollen die Mähdrescher bis tief in die Nacht.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Autorin vor Ort
- Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
- Gespräch mit Landwirt Fabian Schulze Messing
Sendung: WDR.de, Noternte im Münsterland: Den Feldern geht es gar nicht gut, 17.07.2026, 17:33 Uhr