Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, stellt die Shortlist für das Design der neuen Euroscheine vor
Bildquelle: Andreas Arnold/dpaBeethoven-Motiv : Bis Montag könnt ihr über neue Euro-Scheine abstimmen
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Ein Bonner könnte künftig aus Millionen Portemonnaies schauen: Ludwig van Beethoven gehört zu den möglichen Motiven der nächsten Euro-Banknoten. Die EZB hat zehn Entwürfe vorgestellt - und fragt die EU-Bürger noch bis zum 21. September online, was sie davon halten.
Seit fast 30 Jahren prägen Brücken, Tore und Fenster die Euro-Scheine. Künftig könnte es persönlicher werden. Zur Wahl stehen zwei Themenwelten: "Europäische Kultur" mit Persönlichkeiten wie Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci. Die Alternative sind "Flüsse und Vögel", darunter Eisvogel oder Weißstorch, kombiniert mit europäischen Institutionen wie dem EU-Parlament oder dem Europäischen Gerichtshof.
Noch bis Montag, 21. September, können die Bürgerinnen und Bürger in der EU auf der Website der Europäischen Zentralbank (EZB) über die neuen Motive abstimmen:
Beethoven "gar nicht verkehrt"
Sonja Uhlenbrock findet die neuen Entwürfe ausdrucksstark und interessant.
Bildquelle: Marvin H. KonradIm Juli hatte sich der WDR in der Ahlener Innenstadt umgehört, wie die Motive ankommen. Vor allem die Kulturmotive sagten den Passanten zu. Mehrere Befragte finden Persönlichkeiten interessanter als Tiere. Reiner Materna etwa sagte, europäische Künstler und Wissenschaftler würden ihn stärker ansprechen. Auch Sonja Uhlenbrock gefallen die Motive mit bekannten Persönlichkeiten und Orten, weil sie für sie einen gewissen Heimatbezug haben.
Heike Wortmann wünscht sich ein stimmiges Gesamtbild.
Bildquelle: Marvin H. KonradGanz einig sind sich die Menschen aber nicht. Heike Wortmann findet vor allem die kräftigeren Farben gut, das Motiv sei ihr weniger wichtig. Ein Mann würde lieber bei den bisherigen Scheinen bleiben - Beethoven findet er aber "gar nicht verkehrt".
Bonner Beethoven-Haus half für die Euro-Schein-Entwürfe
Das Porträt von Ludwig van Beethoven als Ölgemälde.
Bildquelle: Imago/Cinema Publishers CollectionIn Bonn verfolgt man die Debatte schon länger. Das Beethoven-Haus wusste nach eigenen Angaben bereits seit rund drei Jahren von den Überlegungen. Die EZB hatte die Einrichtung eingebunden, weil sie rechtefreie und historisch verlässliche Vorlagen für Beethoven brauchte. Das Haus stellte dafür verschiedene Darstellungen aus seiner Sammlung zur Verfügung.
Dort freut man sich über die mögliche Wahl: Beethovens Musik spiele mit der Europahymne ohnehin schon eine besondere Rolle für Europa. Die EZB gestaltet die Scheine aber nicht nur neu, damit sie moderner aussehen. Neue Sicherheitsmerkmale sollen Fälschungen erschweren und die Echtheitsprüfung erleichtern. Außerdem sollen die Banknoten haltbarer, nachhaltiger und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besser nutzbar produziert werden.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellt die Motive für die möglichen neuen Euro-Scheine vor.
Bildquelle: Andreas Arnold/dpaImmer weniger Menschen Zahlen mit Münzen und Scheinen
Dabei verliert Bargeld langsam an Bedeutung: Laut einer Bundesbank-Studie wurden 2025 erstmals 55 Prozent der erfassten Einkäufe bargeldlos bezahlt, 45 Prozent bar. Als einzelne Zahlungsart bleibt Bargeld trotzdem die meistgenutzte. 80 Prozent wünschen sich zudem, weiterhin jederzeit bar zahlen zu können.
Welcher Entwurf gewinnt, will der EZB-Rat voraussichtlich Ende des Jahres entscheiden. Bis die neuen Scheine tatsächlich im Umlauf sind, dauert es noch einige Jahre. Vielleicht heißt es dann in NRW irgendwann nicht mehr nur: "Hast du mal zehn Euro?" - sondern: "Hast du mal einen Beethoven?"
Unsere Quellen:
- Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Malte Boecker, Direktor vom Bonner Beethoven-Haus
- Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten
Sendung: WDR.de, EU-Bürger stimmen über Motive für neue Euro-Scheine ab, 19.09.2026, 10:55 Uhr
Sendung: WDR.de, Beethoven bald auf Geldscheinen, 24.07.2026, 17:33 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 24.07.2026
