Das bedeutet der Italo-Auftrag für Krefeld

WDR 01:58 Min. Verfügbar bis 21.07.2028

Milliarden-Deal mit Italo "Der Auftrag ist ein starkes Signal für Krefeld"

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Der italienische Konzern lässt moderne Schnellzüge im Siemens-Werk bauen. Krefeld könnte davon stark profitieren, schätzen lokale Wirtschaftsexperten.

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Christoph Wegener

Es ist ein milliardenschwerer Auftrag: Das italienische Unternehmen Italo hat mit dem Zugbauer Siemens Mobility einen Vertrag über die Lieferung von 26 Schnellzügen abgeschlossen, wie der Konzern mitteilte.

Die Fahrzeuge sollen im Siemens-Werk in Krefeld produziert werden. Für den Wirtschaftsstandort seien das endlich wieder positive Nachrichten, betont die Industrie- und Handelskammer (IHK).

Hoffnung auf neue Arbeits- und Ausbildungsplätze

Insgesamt will Italo drei Milliarden Euro für die Produktion der Schnellzüge an Siemens zahlen. "Gerade in einer Zeit, in der viele Industrieunternehmen unter großem Druck stehen, ist dieser Auftrag ein starkes Signal für Krefeld. Zumal zuletzt die schlechten Nachrichten überwogen", sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

Die Industrieumsätze in Krefeld seien merklich zurückgegangen, zudem gab es Ankündigungen von Produktionsschließungen und Verlagerungen. Das betraf etwa Ende Mai das Venator-Werk im Chempark Krefeld-Uerdingen. Weil der geplante Verkauf an einen Investor gescheitert war, musste das Werk endgültig schließen. Rund 400 Beschäftigte verloren ihren Job.

Mit Blick auf das Geschäft zwischen Italo und Siemens in Krefeld ist Jürgen Steinmetz von positiven Effekten überzeugt.

Dieser Auftrag wird Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern und weitere entstehen lassen Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer IHK Mittlerer Niederrhein

Davon profitiere nicht nur Siemens selbst, sondern "die gesamte regionale Wirtschaft von den Zulieferbetreiben bis hin zu Handel und Gastronomie."

Siemens setzt auf das Werk in Krefeld

Der Standort Krefeld sei ein wichtiger Bestandteil des europäischen Produktionsnetzwerks von Siemens, betont der Konzern auf WDR-Anfrage. Schnellzüge, die in dem Werk entstehen, würden weltweit an Kunden ausgeliefert.

Ein schwarzer Zug fährt durch einen Tunnel.

Dieser Zug wird in Krefeld für Italo gebaut.

Bei den Bahnen, die das Unternehmen Italo nun bei Siemens bestellt hat, handele es sich um das "Velaro Multi System". Diese Fahrzeuge ähneln optisch und baulich den ICE-3- und ICE-3-Neo-Zügen der Deutschen Bahn.

Inwieweit der Italo-Auftrag sich auf das Krefelder Werk auswirkt, verrät Siemens nicht. Zu Produktionsdetails und der Personalplanung wolle man sich "aus Wettbewerbsgründen" nicht äußern.

Italo-Auftrag ist auch eine Herausforderung

Ein Mann, der ein graues Hemd trägt, steht in seinem Büro.

Ralf Claessen, Geschäftsführer der IG Metall Krefeld

Für überschwängliche Euphorie habe der Großauftrag bei den Betriebsräten im Siemens-Werk nicht gesorgt, sagt Ralf Claessen, Geschäftsführer der IG Metall Krefeld. "Einen Vertrag zu unterschreiben und ihn tatsächlich umzusetzen sind zwei Paar Schuhe", so Claessen.

Es ist natürlich eine Herausforderung, die Züge möglichst schnell und qualitativ hochwertig zu fertigen. Zumal das Werk schon gut ausgelastet ist. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass die Truppe das hinbekommt. Ralf Claessen, Geschäftsführer der IG Metall Krefeld

Unabhängig davon, sei der Produktionsvertrag zwischen Italo und Siemens eine gute Nachricht für die Industrie in Krefeld, betont Claessen. "Solche Aufträge führen das Märchen ad absurdum, dass wir in Deutschland solche Produkte nicht mehr zu einem konkurrenzfähigen Preis fertigen können."

Italienischer Konzern lässt Züge in Krefeld bauen

WDR 21.07.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 20.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Siemens Mobility
  • Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer IHK Mittlerer Niederrhein
  • Ralf Claessen, Geschäftsführer IG Metall Krefeld
  • Unternehmen Italo

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 21.07.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein21.07.2026, 14:31 Uhr

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