Italo hat mit dem Zugbauer Siemens Mobility einen Vertrag in Höhe von drei Milliarden Euro unterzeichnet, wie das Unternehmen mitteilte. Konkret geht es dabei um die Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen, plus eine Option auf 14 weitere Züge. Hergestellt werden die Fahrzeuge laut Italo im Siemens-Werk in Krefeld. Wie Handelskammer und regionale Wirtschaftsexperten darauf reagiert haben, liest du hier.
Außerdem müssen die Züge instand gehalten werden. Auch dafür sei mit Siemens ein Vertrag abgeschlossen worden. Die Laufzeit liege bei 30 Jahren. Gewartet werden sollen die Züge demnach in Dortmund.
Italo: 3,6 Milliarden Euro für Markteinstieg in Deutschland
Insgesamt investiere Italo für den Markteinstieg rund 3,6 Milliarden Euro. Darunter fallen auch Ausgaben für die Einstellung und Ausbildung von rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Außerdem geht es um Investitionen in Bahnhöfe und IT-Infrastruktur.
Italo will ab 2028 auf zwei Hauptstrecken verkehren: München-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg. Damit binde man 18 Städte auf einem 1.300 Kilometer langen Streckennetz mit insgesamt 50 täglichen Verbindungen an, so das Unternehmen.
Deutsche Bahn muss mehr Platz für Wettbewerber machen
Die Deutsche Bahn muss auf ihren Fernverkehrsstrecken künftig mehr Platz für Wettbewerber machen. Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn hat entschieden, dass auf bestimmten Strecken mindestens 25 Prozent der Kapazitäten für Konkurrenten frei sein müssen. Beantragt hatte das Italo.
Die Bahn kontrolliert bisher rund 95 Prozent des Fernverkehrs in Deutschland. Einziger größerer Wettbewerber ist bislang der Anbieter Flix.
Italo-Züge sollen ab 2028 im deutschen Fernverkehr fahren.
Bundesnetzagentur hofft auf bessere Angebote im Bahnverkehr
Die Bundesnetzagentur ist sich bewusst, dass die Entscheidung "einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann". Behörden-Chef Klaus Müller ist aber überzeugt: Mehr Wettbewerb habe das Potenzial, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen.
Bahn, Gewerkschaften und Fahrgastverbände warnen
Gewerkschaften, Fahrgastverbände und die Deutsche Bahn selbst warnen allerdings vor möglichen negativen Auswirkungen. Eine Sorge: Wenn sich Italo nur die lukrativen Strecken herauspicke, könnte die Deutsche Bahn weniger Geld zur Verfügung haben, das sie auch in weniger attraktive Strecken in der Fläche stecken würde.
Unsere Quellen:
- Material der Deutschen Presse-Agentur
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR.de, Italo investiert 3,6 Miliarden in Hochgeschwindigkeitszüge, 20.07.2026, 16:31 Uhr