In Kalkar ist heute die "Mission K" Messe gestartet.
Bildquelle: Michael Piepgras/Chromorange/vario imagesGerüstet für den Krieg im Weltall : Satelliten-Sicherheit made in NRW
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Beim Treffen "Misson K" in Kalkar tüfteln Bundeswehr und Rüstungsindustrie zusammen an neuen Schutzmaßnahmen für deutsche Systeme im Weltall. Der Standort des Treffens ist dabei nicht zufällig und auch Firmen aus NRW sind vertreten.
Wenn Generäle in Uniform, Ingenieure von Hightech-Konzernen und junge Gründer von Raumfahrt-Start-ups gemeinsam durch die kühlen Flure des nie ans Netz gegangenen Atomkraftwerks in Kalkar am Niederrhein ziehen, wirkt das wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films. Wo einst Kernkraft produziert werden sollte, dreht sich heute und morgen alles um Krieg und Frieden im Weltall.
Mehr als 100 Unternehmen und Führungskräfte kommen zur "Mission K" in Kalkar zusammen.
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiBeim Treffen "Mission K" arbeiten die Bundeswehr und die Rüstungsindustrie an neuen Schutzmaßnahmen für deutsche Satellitensysteme im Weltraum. Mehr als 100 Unternehmen sowie Führungskräfte des Militärs kommen hier zusammen, um europäische Lieferketten krisenfest zu machen und die Raumfahrtbranche enger mit der Verteidigungsindustrie zu verzahnen.
Die Bedrohungsszenarien im Weltall haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Navigation, Satellitenkommunikation und militärische Aufklärung sind aus der modernen Kriegsführung nicht mehr wegzudenken. Fällt die Infrastruktur im All aus, ist ein moderner Staat im Ernstfall blind und taub.
Standort Kalkar in der Nähe der Bundeswehr
Die Standortwahl der Tagung unterstreicht die strategische Bedeutung der Region. Neben dem Weltraumkommando der Bundeswehr im nahegelegenden Uedem ist auch die Landespolitik vor Ort eingebunden. Das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie nimmt an der Konferenz teil, um den Schulterschluss zwischen dem Land, den Streitkräften und der heimischen Wirtschaft zu verstärken.
So ist beispielsweise auch der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall beim Gipfel vertreten. An seinem Standort im nahen Neuss bereitet sich das Unternehmen aktuell auf einen Großauftrag für Satelliten der Bundeswehr vor. Daneben beteiligt sich auch der Essener Spezialchemiekonzern Evonik an der Konferenz in Kalkar.
Satelliten-Schutz: Das sind die drei Challenges
In Arbeitsgruppen werden drei konkrete Zukunftsaufgaben beim Gipfel erarbeitet:
- Zunächst geht es um aktive Abwehrmechanismen im Weltall. Die Expertinnen und Experten suchen nach Verfahren ohne den Einsatz klassischer Waffen, um Bedrohungen für deutsche Satelliten frühzeitig zu erkennen, zu stören und gezielt abzuwehren.
- Bei der zweiten Aufgabe wird untersucht, wie Satelliten mit Hightech-Materialien vor physischen Einflüssen wie Laserstrahlen, starker Strahlung oder gefährlichem Weltraumschrott geschützt werden können.
- Die dritte Herausforderung widmet sich schließlich der mobilen Satellitenkontrolle. Die Arbeitsgruppen entwickeln flexible Steuerungssysteme, mit denen die Bundeswehr ihre eigenen Satelliten selbst dann noch sicher bedienen kann, wenn feste Bodenstationen ausfallen oder durch gezielte Störangriffe lahmgelegt werden.
Unsere Quellen:
- "Mission K"-Website
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, "Mission K" in Kalkar: Bundeswehr rüstet im Orbit auf, 29.09.2026, 12:56 Uhr