Drei Tage lang wummern die Bässe durch Weeze und sie sind auch in den Nachbarstädten noch gut hörbar. Die Stimmung auf Deutschlands größtem Festival für elektronische Tanzmusik ist ausgelassen, das Wetter spielt am gesamten Wochenende gut mit, nicht nur im stadteigenen Wald riecht es nach Gras.
Drei Paletten Dosenbier für den letzten Festival-Tag
Unter den Feiernden sind auch Waldemar und Jannick. Sie kaufen im Supermarkt an der Camp Site am letzten Festival-Tag noch mal ordentlich ein: drei Paletten Dosenbier, aber auch eine Flasche Orangensaft ist dabei. "Bis morgen Früh muss es ja noch reichen für uns", sagt Jannick. Sie sind aber auch zu fünft da.
Waldemar und Jannick haben für den letzten Festival-Tag noch einmal eingekauft
Viel von den Künstlern auf den großen Bühnen schauen und hören sie sich aber nicht an, sie bleiben die meiste Zeit auf dem Camping-Platz, sagt Jannick. Zur Begründung ergänzt Waldemar: "Camping beim Parookaville ist zehnmal besser als beim Tomorrowland." Auf die Abschlusszeremonie freuen sie sich aber trotzdem.
"Parookaville ist meine Heimat"
Auf der Camp Site ist auch Timm anzutreffen. Er macht selbst auch Musik und hat im Vorfeld die künstliche Intelligenz gefragt, wie ein Parookaville-DJ-Bollerwagen aussehen sollte. Das Resultat, in das er 1.000 Euro gesteckt hat, lieferte am Wochenende Beschallung für seine Camping-Crew, aber auch die -Nachbarn.
Damit nichts von seinem Equipment abhanden kommt, hat Timm das DJ-Pult schon mal abgebaut
Parookaville sei Timms Heimat, fünfmal war er schon dabei. Sein Wunsch ist es, eines Tages selbst hier aufzulegen - natürlich mit seiner eigenen Musik.
"Zu DJ Ötzi würde ich gehen, wenn ich was zum Lachen bräuchte"
DJ Ötzi, der am Festival-Sonntag aufgetreten ist, hat sich Timm aber nicht angeschaut. "Zu DJ Ötzi würde ich gehen, wenn ich was zum Lachen bräuchte oder so", sagt er lachend. Er und seine Freunde gehören eher zu den Hard-Trance- und Hard-Techno-Anhängern.
Jenny und Jan sind da anderer Meinung. Sie freuen sich auf DJ Ötzi und mögen generell die Künstlerinnen und Künstler, die nichts mit elektronischer Musik zu tun haben. "Die Brainwash-Bühne ist immer wieder für Überraschungen gut - letztes Jahr Roberto Blanco, dieses Jahr Vicky Leandros", sagt Jan. Jenny ergänzt: "Das ist eine gute Abwechslung - den ganzen Tag nur bumm, bumm, bumm - das wird abends schon echt hart."
Für Jenny und Jan sind die Schlager-Acts eine gute Abwechslung zur elektronischen Musik
Nicht genug von "Bumm, bumm, bumm" bekommt Tanja - sie würde fürs Parookaville jeden Urlaub absagen. Künstler aus anderen Genres auf einem EDM-Festival findet sie okay, aber sie ist eher für Acts wie Steve Aoki, Armin van Buuren und Hardwell hier.
Tanja freut sich auf Steve Aoki am späten Sonntagabend
Festival-Besucher schätzen friedliche Stimmung
Jenny und Jan schätzen an dem Festival den Zusammenhalt der Menschen: "Mein Highlight ist, dass alle Menschen so friedlich zusammen sind - egal, wie alt man ist, wie man aussieht, woher man kommt, was man anhat - alles egal."
Auch Elke und Claudia fühlen sich auf dem Festival sehr wohl und sicher. Die beiden waren schon "fünf- oder sechsmal" in Parookaville. "Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, wo dann kein Stress oder Krach ist", sagt Elke.
Elke und Claudia freuen sich eher auf die "kleineren Acts" wie Nicole Da Silva oder Tom Novy
Anton aus Tirol in Parookaville
Sie seien vor allem wegen der kleineren Acts gekommen, zum Beispiel Nicole Da Silva oder Tom Novy. DJ Ötzi wollen sie sich aber nicht anschauen - "dafür sind wir nicht hier."
DJ Ötzi hat am Sonntagabend trotzdem die Massen vor die zweitgrößte Bühne des Festivals gezogen. Unter anderem mit im Gepäck: die Songs "Ein Stern (der deinen Namen trägt)" und "Anton aus Tirol".
Der Österreicher DJ Ötzi hat am Sonntag tausende Menschen zum Mitgrölen gebracht
Bilder vom Mega-Festival in Weeze
Am Freitag ist das Parookaville-Festival am Airport Weeze gestartet. Bei der 10. Ausgabe gibt es in der "City of Dreams" wieder einiges zu entdecken.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Interviews mit Festival-Besuchern
Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 19.07.2026, 19 Uhr
