Gefängnis in Kleve: Häftlinge kümmern sich um Wachteln

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WDR 2 Min. 37 Sek. Verfügbar bis 11.03.2028

Tiere als Therapeuten Gefangene der JVA Kleve kümmern sich um Vögel

Stand:

Gefangene der JVA Kleve kümmern sich um Wachteln. Was die Beschäftigung mit Vögeln zu einer Resozialisierung beitragen kann.

Der Inhaftierte Maxim sitzt in der Hocke in der Vogelvoliere und legt den Wasserspender auf den Boden.

Maxim ist seit 2024 in der JVA Kleve und kümmert sich gemeinsam mit anderen Häftlingen um die zehn Wachteln.

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Der 32-jährige Maxim sitzt seit 2024 in Haft. Er ist einer von acht Gefangenen, der sich seit einer Woche mit Wachtel-Pflege den Gefängnisalltag vertreibt. "Vor mir liegen noch zwei Jahre. Jetzt mit den Wachteln hier zu arbeiten, ist halt ein Unterschied als die ganze Zeit in der Zelle zu sitzen. Du bist an der frischen Luft, bist bei den Tieren, hast einen anderen Umgang. Es ist mal was Neues." Nun steht Maxim um 7 Uhr Morgens auf, um sich um die kleinen Tiere zu kümmern.

"Mit Tieren ist es entspannter. Es kommt so eine innere Ruhe. Die Gedanken sind freier. Du bist entspannter. Anders als mit Menschen." Maxim, Insasse der JVA Kleve

"Tierpflege lehrt Mitgefühl und Verantwortung"

Luftaufnahme JVA Kleve

Die JVA in Kleve hat jetzt auch Wachteln

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Die Verurteilten sollen Verantwortung, Mitgefühl, das Zulassen emotionaler Bindung und Rücksichtnahme üben. Bei der JVA Kleve beruft man sich dabei auf die kriminologische Forschung. Es sei erwiesen, dass der verantwortliche Umgang mit Tieren die Resozialisierung fördern kann.

Für die Maßnahme seien insbesondere Gefangene mit Aggressionsproblemen vorgesehen. Die tiergestützte Therapie ist neu und ein Baustein eines umfangreichen Behandlungsangebotes. Dazu gehört unter anderem auch Sport, Kunsttherapie und Soziales Training zur gewaltfreien Konfliktbewältigung. Das erklärte Ziel ist, dass die Inhaftierten nach ihrer Entlassung ein Leben ohne Straftaten führen können.

Justizvollzugsbeamter Marius Int-Veen und Inhaftierte Maxim stehen vor der Vogelvoliere.

Justizvollzugsbeamter Marius Int-Veen (l.) ist immer mit dabei, wenn Maxim sich morgens um 7:00 Uhr um die Wachteln kümmert.

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"Wir haben hier in der JVA Kleve viele Inhaftierte, die schwere Erkrankungen mit sich bringen. Das Mensch-Mensch-Verhältnis war bei einigen gestört. Ein Mensch-Tier-Verhältnis zu schaffen, das ist was Besonderes. Denen die Verantwortung für kleine, gebrechliche Tiere zu geben, sich genau darum zu kümmern, das ist eine besondere Aufgabe. Und wir merken jetzt schon, die nehmen die wahnsinnig gerne an," erklärt Andreas Krumsieck, Leiter der JVA Kleve.

Die psychiatrische Versorgung der Gefangenen der JVA Kleve wird immer wichtiger, weil immer mehr Inhaftierte laut JVA psychiatrisch erkrankt sind. Zurzeit seien von den 233 Gefangenen mehr als 50 Gefangene in psychiatrischer Behandlung mit Dauermedikation.

Unsere Quellen:

  • Justizvollzugsanstalt Kleve
  • Interviews und Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 21.05.2026, 19:30 Uhr

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