So geht guter Hitzeschutz in Pflegeheimen
Bildquelle: WDR/Andreas WieseWDR. 01:29 Min.. Verfügbar bis 12.03.2028.
Während draußen die Temperaturen seit Wochen überdurchschnittlich hoch sind, finden Bewohnerinnen und Bewohner des Alfred-Delp-Hauses in Dinslaken Schutz und Abkühlung vor der Hitze. Einer von ihnen ist Wilhelm Hasselkamp. Der 85-Jährige lebt seit fünf Jahren in der Pflegeeinrichtung. Besorgt blickt er auf die zunehmenden Hitzesommer.
"Natürlich macht das einem Sorgen", sagt Hasselkamp. Dass es von Jahr zu Jahr wärmer und trockener werde, sei deutlich spürbar. Gleichzeitig fühlt er sich in seinem Pflegeheim gut auf die Hitze vorbereitet. Elektrische Außenjalousien halten die Sonne von seinem Zimmer fern. Frische Luft und Tageslicht kommen trotzdem hinein.
Kühle Rückzugsorte mit Schatten und frische Luft
Nicht nur die Bewohnerzimmer werden vor der Sommerhitze geschützt. Speisesäle und Cafeteria sind klimatisiert und stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern rund um die Uhr offen. Wer sich in seinem Zimmer nicht wohlfühlt, kann sich dort den ganzen Tag abkühlen.
"Wir haben das Haus vor 21 Jahren so gebaut, dass es einem niederrheinischen Sommer standhält" Michael van Meerbeck, Direktor Caritas Dinslaken und Wesel
Sommer ohne Rettungseinsätze: Das Alfred-Delp-Haus in Dinslaken tut viel für den Hitzeschutz
Bildquelle: WDR/Andreas WieseAuch für die Mitarbeitenden gibt es einen klimatisierten Aufenthaltsraum. "Das Wohl von Bewohnern und Personal hat oberste Priorität", sagt Caritas-Direktor Michael van Meerbeck. "Wir haben das Haus vor 21 Jahren so gebaut, dass es einem niederrheinischen Sommer standhält", erklärt er. Nach Angaben der Einrichtung wurden bislang selbst an besonders heißen Tagen nicht mehr als 29 Grad Celsius im Gebäude gemessen.
Minister informiert sich über Hitzeschutz
Wie Pflegeeinrichtungen mit zunehmender Hitze umgehen, darüber informierte sich am Mittwoch auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei einem Besuch im Alfred-Delp-Haus.
"Grundsätzlich seien viele Einrichtungen beim Thema Hitzeschutz bereits gut aufgestellt", sagte Laumann. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Zahl heißer Tage zunehme und weitere Anstrengungen notwendig seien.
Reden über extreme Hitze: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im Alfred-Delp-Haus
Bildquelle: WDR/Andreas WieseDas Robert-Koch-Institut in NRW hat in diesem Sommer bereits rund 2.300 Hitzetote gezählt. Und natürlich weiß Gesundheitsminister Laumann, dass zwei Pflegeheime in Krefeld und Dormagen im Juni sogar wegen Hitze evakuiert worden waren. Die Zahl der Hitzetoten belaste ihn sehr, sagte der Gesundheitsminister. Die meisten Hitzetoten seien aber nicht in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, sondern im privaten Umfeld.
"Zwei zu viel. Aber es zeigt auch, dass man in anderen Einrichtungen die Situation im Griff hatte." Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister
Auch die Caritas in Dinslaken plant zusätzliche Maßnahmen. Künftig sollen alle Flure klimatisiert werden. Die gekühlte Luft soll dann über geöffnete Türen auch die Bewohnerzimmer erreichen.
Herausforderung für gesamte Gesellschaft
"Der Umgang mit extremer Hitze werde künftig alle Bereiche des Staates, aber auch die gesamte Gesellschaft vermehrt herausfordern", sagt Laumann. Besonders achten müsse man auf die Menschen, die mehr als andere Bevölkerungsteile unter dem Wetter leiden.
"Extremhitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Es ist nicht nur eine Frage von Wohlfühlen." Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister
Für die kommenden Monate kündigte Laumann an, dass sich sein Ministerium mit den Folgen eines heißen Sommers wie diesem beschäftigen werde.
Unsere Quellen:
- Interview mit Karl-Josef Laumann
- Gespräche mit Bewohnern und Mitarbeitenden
- Eindrücke aus dem Alfred-Delp-Haus Dinslaken
- vorherige WDR-Berichterstattung
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