"Es ist einfach zu wenig Wasser", sagt Fährbetreiber Dirk Nowakowski. Heute wird er seine vorerst letzten Fahrten quer über den Rhein anbieten – Pendelverkehr zwischen den Fähranlegern Rheinberg-Orsoy und Duisburg-Walsum. Ab morgen bleibt die Fähre vorerst vor Anker.
Dirk Nowakowski ist Betreiber der Rheinfähre Walsum
Bildquelle: WDR/Kai TossDie Fahrt auf dem Rhein sei bei den aktuellen Pegelständen für ihn nicht das Problem, aber: "Wir kommen in Orsoy mit der Fähre nicht mehr an die Rampe." Das Wasser sei inzwischen so tief, dass es nicht mehr bis zur Straße reiche.
Kunden haben Verständnis
Nowakowski transportiert jeden Tag mehr als 200 Autos über den Rhein, sein Hauptgeschäft sind aber Radfahrer. "Je nach Wetter kommen mal mehr, mal weniger", sagt er.
Dass er den Fährbetrieb vorerst einstellen muss, wundere seine Kunden nicht, sagt Dirk Nowakowski: "Die verstehen das alles." Allerdings müssten sie jetzt lange Umwege in Kauf nehmen, etwa über die Rheinbrücke in Wesel oder die A42-Rheinbrücke im Duisburger Norden.
"Es war für mich vorerst die letzte Fahrt aber dummerweise bin ich jetzt drauf angewiesen. Mein Sohn wohnt in Orsoy, wir in Alt-Walsum, das sind Luftlinie 3,5 Kilometer. Mit dem Auto werden das jetzt 26 Kilometer sein. Und ich muss zur Zeit die Blumen gießen, weil er im Urlaub ist." Radfahrer an der Fähre
Eine Autofahrerin zeigt sich besorgt: "Ist schon erschreckend. Der Klimawandel halt. Wir wissen nicht, wo es mal hinführt", sagt sie.
Wirtschaftliche Einbußen
Für Nowakowski selbst bedeutet der Stopp des Fährbetriebs vor allem finanzielle Einbußen. Normalerweise sei der Sommer für sein Geschäft die wertvollste Zeit.
"Das ist eine Katastrophe. Ich versuche gerade Geld für den Winter zu verdienen und muss den Betrieb einstellen." Dirk Nowakowski, Fährbetreiber
Wann er wieder fahren kann ist noch unklar. Natürlich checkt Dirk Nowakowski ständig die Wasserstands-Prognosen. Der Pegel Duisburg-Ruhrort zeigt am Donnerstagmorgen 136 cm, nach offiziellen Schätzung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes soll der Pegel bis Sonntag auf 129 cm sinken, könnte in der kommenden Woche aber wieder leicht steigen. "Schon wenige Zentimeter würden helfen", sagt Fährbetreiber Dirk Nowakowski.
Unsere Quellen:
- Fährbetreiber Dirk Nowakowski
- Gespräche mit Passanten
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Niedrigwasser: Zwangspause für Rheinfähre Walsum, 13.08.2026, 8:26 Uhr