Ein Mann und eine Frau liegen sich in den Armen und lächeln fröhlich in die Kamera.

Ausgelassenheit statt Anspannung CSD Moers mit großem Sicherheitsgefühl

Stand:

Vielfalt feiern, Haltung zeigen und sichtbar sein: Nach den Ereignissen beim Berliner CSD schauen auch die Veranstalter in Moers genauer auf das Thema Sicherheit. Die Botschaft des Tages bleibt trotzdem dieselbe: Jetzt erst recht. Und vielleicht ist der CSD noch ein Stück wichtiger geworden, um die Präsenz von queeren Menschen in der Öffentlichkeit zu zeigen.

"Bitte auf dem Gehweg bleiben!", ruft Alessandro Borth durch sein Megafon. In einer gelben Warnweste läuft er neben dem CSD-Zug durch die Moerser Innenstadt.

Ein Mann in einer gelben Warnweste steht mit Funkgerät in der Hand beim CSD in Moers

Mit Funkgerät und Megafon ausgerüstet: Ordner Alessandro Borth

Bildquelle: WDR/Hanna Makowka

Vor und hinter den Teilnehmern fahren Polizeiwagen, auch an Seitenstraßen stehen Beamte mit Streifenwagen oder Motorrädern. Aber auch Borth passt als ehrenamtlicher Ordner und Ordnerleitung auf, dass alles glatt läuft. Immer wieder spricht er in sein Funkgerät, um sich mit den anderen Ordnern auszutauschen. Für ihn ist es ein Ehrenamt - eines mit besonderer Verantwortung.

CSD-Demos in NRW: "Jetzt erst Recht!"

Die CSD-Demos in Bonn, Moers und Ahaus am Samstag stehen unter dem Eindruck des Anschlags auf den Berliner CSD am vergangenen Wochenende. Das sagen die Teilnehmer.

Zwei Frauen lächeln in die Kamera.

Mutter und Tochter sind heute extra aus Rheinbach nach Bonn angereist und feiern hier heute zum ersten Mal auf Beethovens Bunter.

CSD_Teilnehmer Sascha hält einen schwarzen Schirm in der rechten Hand, in der linken Hand hält er mit Dani und einer dritten Person eine Regenbogenfahne.

Sascha und Dani (von links) haben den Gummersbacher CSD dieses Jahr ins Leben gerufen. Heute wollen sie die Bonner Community zu dritt unterstützen.

Zwei Frauen von den Omas gegen Rechts tragen weiße Westen und halten ein Nummernschild ain den Händen.

Die Omas gegen Rechts aus Kall sind angereist: Als Unterstützung des Veranstalters "Rheinqueer e.V.".

Luisa und Judith pusten beim CSD in Bonnn Seifenblasen.

Luisa und Judith sind gemeinsam auf dem CSD in Bonn. Angst haben sie keine.

Eine Frau mit einem pinken T-Shirt und Brille steht auf einem Markplatz. Sie schaut lächelnd in die Kamera. Auf dem T-Shirt steht "Lieb doch, wen du willst".

Julia Blatt ist queer und engagiert sich ehrenamtlich in der Community. Dabei bietet sie queeren Menschen einen Raum für Gespräche.

Zwei Frauen mit Sonnenbrillen halten bunte Luftballons in ihren Händen.

Die Lebenshilfe Bonn verteilt Luftballons für mehr Sichtbarkeit für queere Menschen mit Behinderung.

Sebastian hat sich eine Regenbogenfahne umgebunden und hält Sarahs Hand. Vor ihnen der Schriftzug "Bonn". Das o ist ein Kussmund.

Sebastian und Sarah besuchen immer den CSD in Bonn und Köln. Dieses Jahr sagen sie "Jetzt erst recht".

Ein Mann mit einem schwarzen T-Shirt und einem Regenbogenherz darauf schaut lächelnd in die Kamera. Im Hintergrund stehen mehrere Pavillons auf einem Marktplatz.

Michael Harings von "Rheinqueer e.V." freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD.

Eine Frau hält eine riesige Pride-Fahne, hinter ihr steht eine Gruppe junger Frauen.

Auch in Ahaus war CSD - zum zweiten Mal in der Geschichte der Kleinstadt im Münsterland. Organisiert hat ihn der Verein "Queer in Ahaus".

Eine große Personengruppe läuft eine Straße entlang. Vereinzelt tragen sie Regenbogenfahnen.

In diesem Jahr kamen mehr Menschen als erwartet. Rund 450 statt der angemeldeten 350 Demonstrierenden gingen in Ahaus für queere Rechte auf die Straße.

Eine große Personengruppe versammelt sichauf einem Platz. Viele von ihnen tragen Regenbogenfahnen.

In Redebeiträgen ging es immer wieder um den schrecklichen Anschlag beim CSD in Berlin - davon unterkriegen lassen will sich die queere Community aber nicht.

Mehrere Frauen und Männer in weißen Westen stehen in einer Gruppe und halten ein Banner mit der Aufschrift "Nie wieder ist jetzt".

Auch hier mischen die Omas gegen Rechts mit: Sie sind extra aus der Nachbarstadt Gronau angereist und wollen für queere Rechte und gegen rechtes Gedankengut demonstrieren.

Broschüren und Flyer über LGBTQ und Queerfeindlichkeit liegen auf einem Tisch, der mit einer Regenbogenflagge bedeckt ist.

An vielen Ständen gibt es Infomaterial zur Aufklärung sowie jede Menge Pride-Fahnen.

Viele Demonstrierende laufen über eine Straße und halten Regenbogenfahnen.

Auch in Moers sind heute viele Menschen zum CSD gekommen.

Der Demozug beim CSD in Moers mit einem Plakat, auf dem steht "CSD Moers. Gemeinsam. Vielfältig. Stark"

Angekündigt beim CSD in Moers waren 150 Menschen - laut Polizei waren rund 450 Teilnehmer dabei.

Zwei Frauen pusten Seifenblasen.

Die Freundinnen Boudicca Airinger und Angel Reka sind in Moers beim CSD dabei, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.

Ein Mann und eine Frau liegen sich in den Armen und lächeln fröhlich in die Kamera.

Die bunte Demonstration startete am Nachmittag um 16 Uhr und endete am Bollwerk 107.

Marius-Felix-Aladini Femaro trägt ein orangenes TOp und ein Schild in seinen Händen.

Marius-Felix-Aladini Femaro ist aus Essen zum CSD nach Moers gefahren. Er sagt: "Ich bin von dem Mut der Leute sehr begeistert. Und das ist jetzt hoffenlich auch ein Zeichen in die Welt: Jetzt erst recht!"

Vier Menschen im Portraitfoto lachen in die Kamera. Einer hält eine Flagge, eine andere Person sitzt in einem Rennauto-ähnlichen Rollstuhl

"Ich habe Verständnis für die, die Angst haben und nicht kommen. Aber ch denke, das Sicherheitskonzept ist gut. Und gerade zu solchen Zeiten sollte man rausgehen, sonst hätte der Terror gewonnen.", sagt Leopold (links im Bild)

Mutter und Tochter sind heute extra aus Rheinbach nach Bonn angereist und feiern hier heute zum ersten Mal auf Beethovens Bunter.

Sascha und Dani (von links) haben den Gummersbacher CSD dieses Jahr ins Leben gerufen. Heute wollen sie die Bonner Community zu dritt unterstützen.

Die Omas gegen Rechts aus Kall sind angereist: Als Unterstützung des Veranstalters "Rheinqueer e.V.".

Luisa und Judith sind gemeinsam auf dem CSD in Bonn. Angst haben sie keine.

Julia Blatt ist queer und engagiert sich ehrenamtlich in der Community. Dabei bietet sie queeren Menschen einen Raum für Gespräche.

Die Lebenshilfe Bonn verteilt Luftballons für mehr Sichtbarkeit für queere Menschen mit Behinderung.

Sebastian und Sarah besuchen immer den CSD in Bonn und Köln. Dieses Jahr sagen sie "Jetzt erst recht".

Michael Harings von "Rheinqueer e.V." freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD.

Auch in Ahaus war CSD - zum zweiten Mal in der Geschichte der Kleinstadt im Münsterland. Organisiert hat ihn der Verein "Queer in Ahaus".

In diesem Jahr kamen mehr Menschen als erwartet. Rund 450 statt der angemeldeten 350 Demonstrierenden gingen in Ahaus für queere Rechte auf die Straße.

In Redebeiträgen ging es immer wieder um den schrecklichen Anschlag beim CSD in Berlin - davon unterkriegen lassen will sich die queere Community aber nicht.

Auch hier mischen die Omas gegen Rechts mit: Sie sind extra aus der Nachbarstadt Gronau angereist und wollen für queere Rechte und gegen rechtes Gedankengut demonstrieren.

An vielen Ständen gibt es Infomaterial zur Aufklärung sowie jede Menge Pride-Fahnen.

Auch in Moers sind heute viele Menschen zum CSD gekommen.

Angekündigt beim CSD in Moers waren 150 Menschen - laut Polizei waren rund 450 Teilnehmer dabei.

Die Freundinnen Boudicca Airinger und Angel Reka sind in Moers beim CSD dabei, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.

Die bunte Demonstration startete am Nachmittag um 16 Uhr und endete am Bollwerk 107.

Marius-Felix-Aladini Femaro ist aus Essen zum CSD nach Moers gefahren. Er sagt: "Ich bin von dem Mut der Leute sehr begeistert. Und das ist jetzt hoffenlich auch ein Zeichen in die Welt: Jetzt erst recht!"

"Ich habe Verständnis für die, die Angst haben und nicht kommen. Aber ch denke, das Sicherheitskonzept ist gut. Und gerade zu solchen Zeiten sollte man rausgehen, sonst hätte der Terror gewonnen.", sagt Leopold (links im Bild)

Nach Berlin: besonderer Blick auf Sicherheit

Denn der Christopher Street Day in Moers findet nur eine knappe Woche nach den Ereignissen beim Berliner CSD statt. Dort war am vergangenen Wochenende ein Mann am Rande der Veranstaltung in die Menschenmenge gefahren. Eine Frau ist gestorben, 16 Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Seitdem ist das Thema Sicherheit bei vielen CSD-Veranstaltungen noch präsenter als ohnehin schon. Auch in Moers wurden die Sicherheitsvorkehrungen überprüft und mit der Polizei abgestimmt. Die Beamten begleiten den Umzug durch Moers mit mehr Einsatzkräften als noch im vergangenen Jahr. Auch die Zahl der ehrenamtlichen Ordner wurde aufgestockt. "Man macht sich schon seine Gedanken: Was kann passieren?", sagt Borth. "Aber wir werden so gut von der Polizei begleitet."

Vielfalt statt Verunsicherung

Trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ist von Anspannung entlang der Strecke nichts zu spüren. Stattdessen dominieren Regenbogenflaggen, Musik und gute Laune das Bild. Am Rande des Zugweges stehen Menschen, machen Fotos. "Happy Pride!" ruft ein Teilnehmer und winkt.

Marius-Felix-Aladini Femaro trägt ein orangenes TOp und ein Schild in seinen Händen.

Marius-Felix-Aladini Femaro ist aus Essen für den CSD nach Moers gefahren.

Bildquelle: WDR/Hanna Makowka

Eigentlich hatten die Veranstalter mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Nach Angaben der Polizei kamen am Ende aber rund 400 Menschen zum CSD in Moers. Für viele war das auch eine bewusste Entscheidung: Gerade nach den Ereignissen in Berlin wollten sie Präsenz zeigen.

"Ich bin von dem Mut der Leute sehr begeistert. Und das ist jetzt hoffentlich auch ein Zeichen in die Welt: Jetzt erst recht!“ Marius-Felix-Aladini Femaro, Teilnehmer beim CSD Moers

Die Botschaft des Tages ist damit klar: Einschüchtern lassen wollen sich die Menschen in Moers nicht. Stattdessen setzen sie mit Regenbogenflaggen, Musik und ihrer Präsenz ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Akzeptanz - laut, bunt und sichtbar.

Friedlicher Abschluss in Moers

Am Abend kommt der CSD-Zug an seinem Ziel an: Das Bollwerk 107 in Moers. Ordner Alessandro Borth kann sein Funkgerät ausschalten und die Warnweste ausziehen. Sein Fazit: "Es war super friedlich." Außergewöhnliche Einsätze gab es für die ehrenamtlichen Ordner und Sicherheitskräfte nicht.

Und genau das ist das beste Ergebnis - denn wenn am Ende vor allem die Bilder von bunten Fahnen, guter Stimmung und gelebter Vielfalt bleiben, dann ist der Christopher Street Day in Moers genau so verlaufen, wie ihn sich alle gewünscht haben. Für nächstes Jahr hat Borth einen Wunsch: "Dass wieder so viele Menschen kommen und wieder für die Vielfalt auf die Straße gehen."

So lief der CSD in Moers

WDR 01.08.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 31.07.2028

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Unsere Quellen:

  • SLaM and Friends Moers e.V.
  • Polizei Kreis Wesel
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, So lief der CSD in Moers, 01.08.2026, 19:30 Uhr

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