Dinslakener Filmclub wird 65 Jahre alt

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WDR 3 Min. 16 Sek. Verfügbar bis 16.09.2028

Alte Filme digitalisieren Filmclub Dinslaken bewahrt Erinnerungen

Stand:

130 digitalisierte Filme liegen bereits im Stadtarchiv. Der Verein will auch künftig festhalten, was sonst verloren gehen könnte.

Von Leonie Miß

Für Walter Hoffacker fing vor 50 Jahren alles mit einer Nizo-Kamera an. Eine Kamera mit Super-Acht-Film, irgendwas, um dem Sohn beim Aufwachsen zuzuschauen. Die ersten zehn Minuten seiner Filme hätten immer allen gefallen, erinnert sich Hoffacker und lacht, "nach 15 Minuten hat sich keiner mehr dafür interessiert, das hat mich geärgert."

Voneinander lernen im Filmclub

Wohin also mit einer Kamera, viel zu langen Filmen und der Lust, mehr zu lernen? Hoffackers Weg führte zum Filmclub, im Keller einer Schule im Stadtteil Hiesfeld, unweit der Hiesfelder Windmühle.

Walter Hoffacker hat ein blau-kariertes Hemd an, trägt eine Brille und hat graue, kurze Haare. Hinter ihm steht eine Vitrine mit vielen alten Kameras und Trophäen.
"Da waren Leute, die dasselbe Problem hatten wie ich, die privat Filme gemacht haben, die alle viel zu lang und zu uninteressant waren. Und im Laufe der Zeit habe ich dann hier gelernt, wie man dann interessantere Filme macht." Walter Hoffacker, Mitglied Dinslakener Filmclub

Damals bestand der Club für Hobby-Filmer schon 15 Jahre. Heute feiert der Dinslakener Filmclub 65. Jubiläum. Viele Filme haben die Mitglieder seither produziert, viele Kameras benutzt und neue Techniken kommen und gehen sehen.

Von Zelluloid zu digitalem Film: 130 Aufnahmen für das Stadtarchiv

Zelluloid, Super-Acht-Film, VHS, dann digital. Aus analog ist digital geworden. Viele Filme, die in und mit der Stadt Dinslaken entstanden sind, vermachte der Club dem Stadtarchiv. 130 digitalisierte Filme sind das - bisher. Ein Film über die damals 700 Jahre alte Stadtgeschichte mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 60er-Jahren, Sequenzen vom Stadtfest mit Blumen und Schlaghosen aus den 70ern.

Sieben alte Kameras in grau und schwarz liegen nebeneinander auf einem gläsernen Boden in einer Vitrine.

Mit der Nizo-Kamera in der Mitte fing für Hoffacker in den 70ern alles an

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Und ihr bisher größtes Projekt: Ein Film über die Kathrin-Türks-Halle. "Das war das längste Projekt, das wir je bearbeitet haben, von 2017 bis 2021", sagt Hoffacker. Vier Jahre lang habe er beinahe jeden Tag auf der Baustelle verbracht. "Wenn ich im Vorfeld gewusst hätte, dass die Geschichte vier Jahre lang laufen würde, hätte ich das glaube ich nicht angenommen."

Werner Kraasch trägt einen blauen Pullover, hat eine schwarze Brille und einen weißen Bart. Hinter ihm ist eine Projektion an der Wand.
"Wenn wir heute einen Film aus dem Jahr 2026 machen, ist er heute vielleicht nicht so interessant wie er es in 50 Jahren sein könnte." Werner Kraasch, Vorsitzender Dinslakener Filmclub

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet auch Hoffacker, der 23 Jahre lang Vorsitzender des Clubs war. Für ihn gebe es nichts schöneres, als die Stadtgeschichte zu dokumentieren. Seit über zwei Jahren hat das Amt Werner Kraasch inne. "Wir wollen die Dinslakener Stadtgeschichte bewahren, in Bild und in Ton. Das ist uns ganz wichtig", sagt er.

Filmclub sucht nach neuen Mitgliedern

Damit aber auch in den nächsten 65 Jahren Filme vom Dinslakener Filmclub entstehen, braucht es Nachwuchs. Der Verein hat laut eigenen Angaben etwa 30 Mitglieder. Viele von ihnen seien allerdings bereits Rentner. "Um die Clubgeschichte zu bewahren, brauchen wir neue Mitglieder", sagt Kraasch.

Nicht nur, damit der Club wächst oder länger besteht, sondern auch, um den Kern des Vereins beizubehalten: voneinander zu lernen. Technisch ist der Dinslakener Club auf dem neuesten Stand.

Drohne, Smartphone, Greenscreen: technisch auf neuestem Stand

Die Hobby-Filmer drehen mit neuen Kameras und Smartphones, haben einen Greenscreen in ihren Vereinsräumen, mehrere Schnittplätze mit modernen Softwares, eine Drohne. Die Mitglieder motivieren sich gegenseitig und tauschen sich über die neueste Technik aus, sagt Kraasch. Neue Mitglieder könnten da neues Wissen mitbringen.

Eine schwarz-weiß Aufnahme eines weißen Autos, das auf einer Straße vor einem mehrstöckigen Haus fährt.

Alte Aufnahmen aus Dinslaken von 1966

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Ihre fertigen Filme schauen sie sich gemeinsam in ihrem eigenen Kino mit alten Holzsitzbänken und Projektor an. Wenn er sich seine alten Filme anguckt, sagt Walter Hoffacker, dann stecke dahinter ein "Erinnerungserlebnis". Passend dazu habe er auch schon lange die Idee für seinen nächsten Film: Dinslaken damals und heute.

Ein Film für die nächsten 65 Jahre Dinslakener Stadtgeschichte, aber auch für viele weitere Jahre Vereinsgeschichte. Hoffacker sagt: "Das besondere an diesem Filmclub ist, dass er alle Zeiten überstanden hat."

Unsere Quellen:

  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
  • WDR-Interview mit Filmclub-Mitglied Walter Hoffacker
  • WDR-Interview mit Filmclub-Vorsitzenden Werner Kraasch

Sendung: WDR.de, Dinslakener Filmclub wir 65 Jahre alt, 17.09.2026, 06:03 Uhr

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