ABB-Senfproduktion verlässt Düsseldorf und kommt nach Moers
Bildquelle: Catrin Risch / WDRLokalzeit aus Düsseldorf. 07.10.2025. 3 Min. 7 Sek.. Verfügbar bis 07.10.2027. WDR. Von Catrin Risch.
Fast 300 Jahre Geschichte gehen zu Ende. So lange wurde der ABB-Mostert in Düsseldorf hergestellt. Der Mutterkonzern Develey hat die Produktion jetzt nach Moers verlegt. Dadurch darf der bekannte Senf nicht mehr den Aufdruck Düsseldorf tragen.
Im Senfladen in der Düsseldorfer Altstadt ist es das Thema. "Alle wollen wissen, wie es weitergeht", erzählt Verkäuferin Yvonne Uhr, während sie ein Töpfchen nach dem anderen für die Stammkunden auffüllt. "ABB gehört einfach zu Düsseldorf", sagt eine ältere Kundin, für die seit ihrer Kindheit kein anderer Senf auf den Tisch kommt.
Senf ist ein originelles Geschenk
Ein anderer ergänzt: "Wir bringen den Mostard immer als originelles Geschenk mit, wenn wir Freunde oder Verwandtschaft besuchen und alle sind wild drauf, weil es was ganz Besonderes ist". Die kultigen Keramik-Töpfchen kennt in der Landeshauptstadt fast jeder.
Ein originelles Geschenk - das bald nicht mehr den Namen von Düsseldorf trägt
Bildquelle: Catrin Risch / WDRSeit 1726 wird der dunkle, scharf-würzige Senf nach alter Handwerkskunst hergestellt. 1965 kaufte Löwensenf ABB auf. 2001 übernahm der süddeutsche Konzern Develey. Produziert wurden beide Senf-Marken zuletzt gemeinsam in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens. Doch dort sei der Pachtvertrag ausgelaufen, erklärte das Unternehmen bereits im Februar dieses Jahres.
Die Herstellung von Löwensenf ist inzwischen nach Thüringen verlegt worden. Für ABB gab es zunächst die Hoffnung, eine kleinere Produktionsstätte in Düsseldorf zu finden. Doch das sei nicht gelungen, so der Konzern. So wird der Senf ab sofort in Moers produziert.
Name ändert sich - Inhalt nicht
Was sich dadurch ändert, ist die sogenannte geschützte geografische Angabe "Düsseldorfer Mostert". Dieses EU-Siegel mit seinen Vorgaben für "Düsseldorfer Mostert" gibt es seit 2012. Die Angabe fällt weg und die Töpfchen und Gläser tragen stattdessen künftig die Beschreibung "ältester deutscher Mostert".
ABB soll aber weiter einen festen Platz in Düsseldorf haben. Develey plant, den Senfladen zu vergrößern und eine Schau-Manufaktur zu bauen: "Wenn ABB im kommenden Jahr sein 300-jähriges Bestehen feiert, stellen wir die neue Heimat von ABB und Löwensenf der Öffentlichkeit vor. Nun arbeiten wir intensiv an einem Konzept: Wir möchten unseren Senf erlebbar machen – durch Probiermöglichkeiten, spannende Geschichten und Einblicke in seine Herkunft und Entwicklung. Denn an kaum einem anderen Ort teilt man unsere Leidenschaft für Senf so wie in Düsseldorf!"
Neues Konzept für Altstadt mit Schau-Manufaktur
In Düsseldorf wird der Senf bald in einer Schau-Manufaktur präsentiert
Bildquelle: Catrin Risch / WDRDass nun in kürzester Zeit bereits die zweite Senf-Produktion die Stadt verlässt, hat auch im Rathaus für Unruhe gesorgt. Löwensenf und ABB seien fest mit Düsseldorf verankert, heißt es. "Daher ist der Weggang der Produktion für uns als Landeshauptstadt selbstverständlich ein großer Verlust."
Man freue sich aber über die Pläne zur Vergrößerung des Senfladens: "Dass der traditionsreiche Senf künftig direkt in der Düsseldorfer Innenstadt erlebbar wird, ist eine wertvolle Entwicklung – sowohl für die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer als auch für den Tourismusstandort insgesamt."
Die Stammkunden im Senfladen haben nur einen Wunsch: Am Geschmack soll sich nichts ändern! "Die wären ja auch dumm, wenn sie das machen würden", sagt ein älterer Herr, "Gutes soll man nicht verändern!"
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Stadt Düsseldorf