Schließfächer in Mönchengladbacher Sparkasse aufgebrochen

WDR 28.07.2026 02:03 Min. Verfügbar bis 28.07.2028

Bankraub in Mönchengladbach Schließfächer in Sparkasse aufgebrochen

Stand:

Zwei Männer sollen am Montag in Rheydt mindestens 29 Schließfächer aufgebrochen und ausgeräumt haben. Das ist bisher bekannt.

Einbruch in Sparkasse in Rheydt: 29 Schließfächer ausgeräumt

Aktuelle Stunde 28.07.2026 22:04 Min. Verfügbar bis 28.07.2028 WDR Von Nicolas Vordonarakis

Für Aline Pungs ist es am Dienstagmorgen eine böse Überraschung, als der Anruf von der Sparkasse kommt. Ihr Schließfach in der Mönchengladbacher Sparkassenfiliale wurde ausgeraubt. "Natürlich war ich erstaunt, dass sowas auch bei uns hier in Mönchengladbach, in Rheydt stattfinden kann", sagt sie.

Betroffene Frau erzählt von aufgebrochenen Sparkassenschließfächern

Aline Punks ist eine der Betroffenen vom Bankraub in Mönchengladbach

Sie habe "im Leben nicht" gedacht, das so etwas passieren könnte: "Es gibt ja nichts Sichereres als einen Safe bei der Bank." So dachte sie zumindest. Nun kann sie nur noch hoffen, dass sie ihre gelagerten Unterlagen irgendwie zurückerhalten und für das gestohlene Bargeld entschädigt werden kann.

Rund eine halbe Stunde konnten die beiden Täter völlig ungestört die Schließfächer in der Bank aufbrechen und ausräumen. Gegen 12:25 Uhr am Montag haben sie sich Zugang zum Schließfachraum der Mönchengladbacher Sparkassenfiliale auf der Marktstraße in Rheydt verschafft. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

Wie sie in den Schließfachraum im Untergeschoss der Bank reingekommen sind, ist noch unklar, sagt Isabella Jansen von der Polizei Mönchengladbach. Die Männer brachen nach ersten Ermittlungen 29 Schließfächer auf und entwendeten die darin befindlichen Wertgegenstände. An weiteren 14 Fächern stellten die Ermittler Hebelspuren fest. Die Täter konnten unerkannt mit ihrer Beute flüchten.

Höhe des Schadens noch unbekannt

In dem Raum befinden sich insgesamt 1.700 Schließfächer. Wie hoch der Schaden ist und was genau gestohlen wurde, ist noch nicht klar. Die Sparkasse informierte alle Betroffenen. Auch die Polizei will die Geschädigten kontaktieren, um Informationen zu den gestohlenen Gegenständen zu bekommen.

Der Vorsitzende der Stadtsparkasse Mönchengladbach, Antonius Bergmann, betont, dass seine Mitarbeiter schnell reagiert und damit Schlimmeres verhindert hätten. Trotzdem bleibt die Frage: Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass die Täter rund eine halbe Stunde unbemerkt Schließfächer aufbrechen konnten? "Es ist ein wirklich ärgerlicher Vorfall. Und Vertrauen ist in so einer Situation schwierig wieder aufzubringen. Genau deswegen recherchieren wir sehr genau: Was ist passiert?"

Vorstand der Stadtsparkasse Mönchengladbach Antonius Bergmann spricht im Interview über die aufgebrochenen Schließfächer in seiner Filiale.

Vorstand der Stadtsparkasse Mönchengladbach Antonius Bergmann ärgert sich über die aufgebrochenen Schließfächer in seiner Filiale.

Zur Aufklärung der Tat wurde eine Ermittlungskommission eingerichtet. Die Beamten rekonstruieren den Ablauf des Einbruchs, sichern Spuren und werten mögliche Zeugenhinweise aus.

Täter trugen bunte Klamotten

Die beiden Tatverdächtigen, die durch Kameras aufgenommen wurden, trugen auffällige Kleidung. Einer der Männer trug eine violettblaue Jacke, eine zweifarbige Hose in Braun und Lachsrot, Wander- oder Arbeitsschuhe sowie einen violettblauen, tief ins Gesicht gezogenen Anglerhut. Außerdem führte er einen schwarzen Koffer-Trolley mit sich und trug beim Verlassen der Filiale einen dunklen Rucksack.

Der zweite Tatverdächtige war mit einer braunen Jacke, einem dunkelgrauen T-Shirt, hellblauer Jeans, Wander- oder Arbeitsschuhen sowie einer beige-dunkelgrauen Kappe bekleidet. Auch seine Kappe war ihm tief ins Gesicht gezogen. Er hatte einen dunklen Einkaufstrolley dabei.

Die Polizei bittet um Hinweise zu den beschriebenen Männern. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Bereich der Marktstraße gemacht haben, sollen sich melden.

Immer wieder Schließfächer aufgebrochen

In den vergangenen Monaten wurden in NRW wiederholt Schließfächer in Sparkassenfilialen aufgebrochen. Für Aufsehen sorgte besonders ein Fall: Ende Dezember 2025 drangen Täter in den Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer ein, brachen 3.200 Schließfächer auf und machten Beute in Millionenhöhe.

Zuletzt wurden Mitte Juni in Ibbenbüren 35 Schließfächer aufgebrochen. Der mutmaßliche Täter war am frühen Morgen maskiert in die Sparkassenfiliale eingebrochen und wurde dabei von Überwachungskameras gefilmt. Er erbeutete insgesamt 8.000 Euro.

Ex-LKA-Ermittler kritisiert die Banken

Der Sicherheitsexperte Klaus Nachtigall kritisiert die mangelnde Sicherheit rund um Schließfächer in Banken scharf: "Es ist für mich völlig absurd, wie manche Banken da vorgehen." Der ehemalige Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin habe selbst Tests in verschiedenen Bankfilialen gemacht.

Manche Banken haben gelernt. Der überwiegende Teil aber hat überhaupt keine großen Sicherheitsvorkehrungen. Sicherheitsexperte Klaus Nachtigall

Konkret heißt das: Bankkunden, die ein Schließfach anmieten, bekommen eine Schlüsselkarte. Damit können sie ohne weitere Kontrolle in den Schließfachraum gelangen, erzählt Nachtigall. Hier seien sie dann oft allein, ohne Kameras oder Bewegungsmelder. "Teilweise ist man da sehr nachlässig, was die Sicherheit angeht. Man lässt es einfach geschehen." Nachtigall sagt, man könne durchaus mittlerweile von einem Trend sprechen: "Die entsprechenden Tätergruppen haben natürlich mitbekommen, dass so ein Schließfachaufbruch relativ einfach zu machen ist."

29 Schließfächer in Mönchengladbacher Bank aufgebrochen

WDR 28.07.2026 00:27 Min. Verfügbar bis 27.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Polizei Mönchengladbach
  • Eindrücke vom WDR-Reporter vor Ort
  • Gespräch mit Vorsitzendem der Stadtsparkasse Mönchengladbach, Antonius Bergmann
  • Gespräch mit Betroffener Sparkassenkundin
  • Gespräch mit Sicherheitsexperte Klaus Nachtigall

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein28.07.2026, 15:30 Uhr 
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 28.07.2026, 19:30 Uhr 

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