Die Fahrt ist inzwischen eine echte Institution. Seit Jahren fahren als Nikoläuse verkleidete Motorradfahrer in einer großen Gruppe durch die Stadt. Bis zum vergangenen Wochenende. Mehr als 100 Motorradfahrer waren auch in diesem Jahr wieder zusammen gekommen, um für einen guten Zweck durch Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss zu knattern. Allerdings lief es diesmal anders als es sich die Organisatoren gewünscht hatten.
Auflagen wurden kontrolliert
Die Biker hätten nicht mehr im Pulk, sondern nur in kleinen Gruppen fahren dürfen. Auch an den Ampeln hätten alle einzeln anhalten müssen - das nehme dem Nikolaus-"Ride" jede Atmosphäre, so die Biker. Ein Großteil habe die Fahrt deshalb am vergangenen Nikolaus-Samstag abgebrochen. Eigentlich sammeln die Kradfahrer auf ihrer Tour jedes Jahr zu Ostern und zu Nikolaus Spenden für einen guten Zweck.
Verkehrsicherheit geht vor
Auch die Weihnachtsdieb-Figur "Grinch" war dabei.
Die Auflagen für die Fahrt seien seit Jahren dieselben, erklärt eine Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis Neuss im Gespräch mit dem WDR. Wegen zunehmender Verstöße seien sie aber nochmal verschärft worden. Vielfach sei es bei den großen Motorradkolonnen zu kleineren Unfällen gekommen. Vorherige Absprachen seien missachtet worden. Ziel des deutlich größeren Polizeiaufgebots in diesem Jahr sei es gewesen, "den störungsfreien Ablauf zu gewährleisten", so die Polizeisprecherin.
Irritation und Einsicht
Das Thema verstärkte Kontrollen fand sogar den Weg ins Grevenbroicher Rathaus. Bürgermeister Klaus Krützen meldete sich nachdenklich und schrieb bei Facebook: "Ich bedaure sehr, dass dadurch ein so wichtiges Benefizprojekt für unsere Region seinen gewohnten Charakter verloren hat. Die Genehmigung und Festlegung der Auflagen liegen beim Rhein-Kreis Neuss. [...] Der Nikolaus-"Ride" ist eine Herzensangelegenheit vieler Menschen, und ich möchte, dass er eine Zukunft hat".
Bereit zur Abfahrt, allerdings nicht in großer Gruppe.
Aus Sicht der Organisatoren des Nikolaus-"Ride" sei die Fahrt in Kolonne, also in großen Gruppen von Motorrädern, jahrelang geduldet worden. Umso irritierter sei man über die verschärften Kontrollen und darüber, dass sogar Motorräder gefilmt worden seien, so ein Sprecher. Gleichzeitig wollen die Motorradfreunde Rhein-Erft natürlich mit ihren Fahrten für den guten Zweck weitermachen. Für den anstehenden Oster-"Ride" im Frühjahr wolle man sich deshalb sehr eng im Vorfeld mit den Behörden ausstauschen.
Quellen:
- Polizei Rhein-Kreis Neuss
- Motorradfreunde Rhein-Erft
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 09.12.25, 13:31 Uhr