Grubenwasser ohne Ende: Ibbenbüren und die Folgen des Bergbaus
Lokalzeit Münsterland. 02.03.2026. 03:49 Min.. Verfügbar bis 02.03.2028. WDR. Von Petra Brönstrup.
Drei Jahre lang hat sich in Ibbenbüren eine gigantische Bohrmaschine mit einem Durchmesser von fast fünf Metern durch den Untergrund gefressen. Das Ergebnis ist ein 7,5 Kilometer langer Tunnel, durch den in Zukunft das gesamte Grubenwasser aus dem stillgelegten Bergwerk zur Aufbereitungsanlage fließen soll. Die Aufbereitungsanlage läuft bereits im Probebetrieb.
Frühere Zechen-Mitarbeiter in Ibbenbüren im Einsatz
Die Bergleute Uwe Beck und Lothar Loose betreuen heute die Anlagen.
Lothar Loose und Uwe Beck sind für die Anlagen verantwortlich. Sie haben früher auf der Zeche gearbeitet. Als die 2018 dicht machte, sind sie bei der RAG geblieben. Sie wollten den Abbruch der alten Zechenanlagen begleiten. Gleichzeitig arbeiten sie mit am Aufbau von neuen Anlagen zur Ableitung und Aufbereitung von belastetem Grubenwasser.
Eisen, Sulfat und Salz im Ibbenbürener Grubenwasser
Grubenwasser ist Regenwasser, das sich jedoch auf seinem Weg durch die Gesteinsschichten mit Eisen, Sulfat und Salz anreichert. In so hohen Konzentrationen, dass das Wasser als belastet gilt und nicht unbehandelt in die Umwelt gelangen darf. Früher, als die Zeche noch in Betrieb war, wurde das Grubenwasser abgepumpt.
Als die Zeche in Ibbenbüren 2018 dicht machte, wurden auch die Pumpen demontiert. Seitdem läuft Regenwasser ungehindert in die bis zu 1.560 Meter tiefe Grube.
Das Grubenwasser soll noch weitere 50 Meter kontrolliert ansteigen.
Aktuell steht das Wasser bei 13 Meter über Normalnull. Es darf noch weitere 50 Meter steigen, dann aber ist Schluss. Denn bei einem Stand von 63 Meter über Normalnull fließt das Wasser automatisch ab, in den neuen Grubenwassertunnel und weiter zur Aufbereitungsanlage.
Tunnelbau in Ibbenbüren: Teure "Ewigkeitslasten"
Allein für den Tunnelbau sind in Ibbenbüren Kosten von 200 Millionen Euro veranschlagt worden. Hinzu kommen die Kosten für die Aufbereitungsanlage, "ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zusätzlich", heißt es. Die Ruhrkohle-Stiftung muss dafür aufkommen. Sie ist eigens zur Finanzierung der sogenannten "Ewigkeitsaufgaben" in den ehemaligen Steinkohlenrevieren an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren von der RAG gegründet worden.
Nach Angaben von Loose und Beck läuft in Ibbenbüren derzeit alles nach Plan. Mitte dieses Jahres sollen die Anlagen in den regulären Betrieb gehen.
Unsere Quellen:
- RAG
- Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 02.03.2026, 19.30 Uhr.