Junglandwirt testet KI Biodiversitäts-Sensor

WDR 03:07 Min. Verfügbar bis 21.07.2028

Das große Zwitschern Junglandwirt testet KI-Sensoren

Stand:

Junglandwirt Georg König hat vor knapp fünf Jahren einen konventionell geführten Hof in Enger (Kreis Herford) übernommen. Auf seinen rund 150 Hektar Ackerfläche baut der 33-Jährige unter anderem Weizen, Kartoffeln und Mais an. Und er macht etwas für die Artenvielfalt auf seinem Land. Aktuell testet König bioakustische KI-Sensoren, die Vogelgezwitscher aufnehmen und auswerten. Über 70 Arten leben inzwischen auf seinem Land.

Von Nicolai Heger

Georg König hat Besuch von Landwirten und Vertretern eines Kräuterlikörherstellers auf seinem Hof in Enger. Der Junglandwirt hat vor rund drei Jahren zusammen mit einem anderen Landwirt das Start-up Kiebitz gegründet. Ein Unternehmen, das Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in Sachen Biodiversität zusammenführen soll. Die Idee: Landwirte bauen für die Industrie zum Beispiel Weizen an, kümmern sich gleichzeitig aber auch um Nachhaltigkeitsprojekte wie Blühstreifen und den Anbau von Extensivgetreide auf ihrem Land.

Das alles sind Dinge, die sich finanziell für den Landwirt normalerweise nicht lohnen. Die Lösung: Diese Maßnahmen finanziert der Kunde. In seinem Fall ist das ein bekannter Kräuterlikörproduzent, für den Landwirt König den Weizen für den Alkohol anbaut. Jetzt schauen sie gemeinsam, ob die Maßnahmen schon etwas in puncto Artenvielfalt gebracht haben.

Wieviel Vögel zwitschern übern Acker?

Vor zwei Monaten hat König auf seinem Land an verschiedenen Stellen neu entwickelte sogenannte bioakustische KI-Sensoren aufgestellt. Die zeichnen neben Werten wie Feuchtigkeit auch Vogelbewegungen und Vogelstimmen auf. Über 70 Arten haben die Sensoren bislang ausgemacht. Das ist ein Erfolg. Im Frühjahr waren es noch deutlich weniger.

"Ich möchte mit den Sensoren beweisen, dass unsere Maßnahmen etwas bringen. Und das funktioniert." Georg König, Landwirt aus Enger

Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie

Vogelsensor steht im Feld

Dieser bioakustische KI-Sensor zeichnet auch Vogelgezwitscher auf.

Andreas Einig arbeitet für einen international bekannten Kräuterlikörproduzenten. Das Unternehmen bezieht den Weizen für die Alkoholproduktion von König. Pro Jahr investiert das Unternehmen inzwischen rund 500.000 Euro in dieses und andere Projekte. Er ist von der Bedeutung nachhaltiger Landwirtschaft überzeugt.

"Wir haben erkannt, dass wir etwas tun müssen, wenn wir die Rohstoffe für unser Produkt auch in einigen Jahren noch beziehen wollen. Deshalb unterstützen wir das Projekt." Andreas Einig, Jägermeister

König ist nicht der einzige Landwirt in der Region, der auf Nachhaltigkeit und Biodiversität setzt. Dabei sind auch die beiden Landwirte Achim Dingerdissen und Jakob Upmeier. Beide sind von dem Projekt überzeugt. Durch die finanzielle Unterstützung von Seiten der Lebensmittelindustrie werden solche Projekte für viele Landwirte möglich, sagen sie. Und auch Georg König ist zufrieden. Denn intensive Landwirtschaft und Biodiversität stehen auf seinem Land nicht mehr im Widerspruch.

Unsere Quellen:

  • Besuch auf dem Hof von Georg König in Enger
  • Gespräch mit Andreas Einig von Jägermeister
  • Gespräch Rita Rehring vom Westfälisch-Lippischen Landschaftsverband e.V.

Sendung: WDR.de, Junglandwirt testet bioakustische KI-Sensoren, 21.07.2026, 16:18 Uhr

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