Am Landgericht Paderborn haben beide Angeklagten am ersten Verhandlungstag die Tat zugegeben. Das mittlerweile getrennt lebende Paar gestand, dass die Drogen mit einem Straßenverkaufswert von rund fünf Millionen Euro nach Saudi-Arabien geschmuggelt werden sollten.
Die kleinen Pillen waren gut versteckt in Solarpaneelen.
Dafür habe der 28-jährige Mann gemeinsam mit einem Drahtzieher aus Kassel die Solarpaneele als Drogenversteck präpariert. Seine 25-jährige Lebensgefährtin soll gegen Bezahlung ihre Wohnung zur Verfügung gestellt haben.
Tochter hatte Amphetamine geschluckt
Aufgefallen war der Drogenfund in Beverungen im Kreis Höxter, als Mitte Januar eine Frau mit ihrer zweijährigen Tochter ins Krankenhaus kam. Dem Kind ging es schlecht. Wie sich herausstellte, hatte es Amphetamine geschluckt.
Nach WDR-Recherchen hatte eine Krankenschwester die Windel des Kindes untersuchen lassen. Daraufhin war der Fall ins Rollen gekommen. Zuerst hatte die Mutter behauptet, das Kind hätte die Drogen möglicherweise auf einem Spielplatz gefunden.
Volltreffer: 65 Kilo illegaler Aufputschmittel
Doch auf dem Spielplatz findet die Polizei damals nichts, stattdessen gibt es einen Volltreffer in der Wohnung des Paares: Ein Spürhund findet in der Wohnung der Mutter Drogen. Sie waren zum Teil versteckt auf der Unterseite von Solarmodulen. Das Kind wurde nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus vom Jugendamt betreut.
Die Polizei veröffentlichte damals dieses Foto vom Drogenspürhund Lemmy.
Das Urteil im Fall steht noch aus, am Gericht sind mehrere Prozesstage geplant.
Unsere Quellen:
- Landgericht Paderborn
- WDR-Recherchen
- WDR-Archiv
Sendung: WDR.de, Eltern gestehen Drogenschmuggel in Millionenhöhe, 10.07.2026, 17:38 Uhr