Mehrere Schweine in der Haltung.

Die Schweinepreise sind stark gefallen.

Existenzsorgen nach Preissturz Ostwestfälische Schweinehalter in Not

Stand:

Die heimischen Bauern schlagen Alarm. Schweinehalter in Ostwestfalen-Lippe machen Verluste und zwar mit dramatischen Folgen.

Von Markus Rinke

Auf Dauer stehe die heimische Lebensmittelversorgung auf dem Spiel, mahnt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, OWL, Antonius Tillmann. Er betreibt mit seiner Frau, dem erwachsenen Sohn und seiner Schwiegertochter einen Biohof in Warburg, Kreis Höxter. Für ihn müssten Politik, Verarbeiter und Lebensmittelhandel entschlossen reagieren, um aus der Krise wieder raus zu kommen.

"Wenn unsere Schweinehalter aufgeben müssen, endet die Schweinehaltung, sie wandert ins Ausland." Antonius Tillmann, Westfälisch Lippischer Landwirtschaftsverband
Antonius Tillmann schaut in die Kamera vor einem Traktor

Antonius Tillmann fordert bessere Rahmenbedingungen.

Dramatisch zugespitzte Situation

Die Situation habe sich dramatisch verschärft, so Tillmann. Die Schweinepreise seien in der vergangenen Woche erneut gesunken. Damit liegen sie etwa um ein Viertel tiefer als vor einem Jahr, haben aber noch keinen historischen Tiefststand, wie aus der Preistabelle des Raiffeisen-Viehverbunds hervorgeht.

"Besorgniserregend sind nicht nur die niedrigen Erlöse, sondern insbesondere die gestiegenen Kosten und die fehlenden Perspektiven für die Zukunft der Höfe." Antonius Tillmann, Westfälisch Lippischer Landwirtschaftsverband

Die aktuelle Entwicklung sei aber mit früheren Krisen nicht mehr vergleichbar, so Tillmann. Denn die Kosten, gerade für Sauenhalter, seien massiv gestiegen. Ställe müssten umgebaut werden. Wer jetzt Investitionen über 20 Jahre abschreiben müsse, denke darüber nach, ob sich das lohne, erläutert der Landwirt im Gespräch. Und auch die Kosten für Futter, Energie und Löhne steigen. Unter dem Strich können viele Betriebe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.

Zahl der Betriebe geht seit Jahren zurück

Diese Entwicklung ist auch in der Zahl der Betriebe abzulesen. Gab es vor zehn Jahren noch fast 7.500 Schweinehalter in NRW, sind es nach vorläufigen Zahlen zurzeit nur noch rund 5.000. Auch die Zahl der Tiere ging von 7,2 Millionen auf 5,9 Millionen in dem Zeitraum zurück. Die Landwirte fordern eine faire Preisgestaltung, aber auch eine Kennzeichnung von heimischen Produkten in Gastronomie und verarbeiteten Waren. Auch die politischen Rahmenbedingungen müssten sich ändern.

Und trotz der gegenwärtigen Krise will Antonius Tillmann nicht aufgeben. Er hofft, dass der Mutige belohnt wird und sich der Markt irgendwann wieder dreht.

Ostwestfälische Schweinehalter in Not

WDR 20.07.2026 00:52 Min. Verfügbar bis 19.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Antonius Tillmann, WLV
  • Raiffeisen Viehverbund
  • IT.NRW

Sendung: WDR.de, Ostwestfälische Schweinehalter in Not, 21.07.2026, 05:37 Uhr

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