Das 23-jährige Opfer aus Paderborn starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft wahrscheinlich durch eine abgefälschte Kugel.
Tödlicher Jagdunfall in Warburg : Kugel wurde wahrscheinlich abgefälscht
Stand:
Beim Jagdunfall nahe Warburg starb im Januar ein 23-jähriger Mann aus Paderborn. Nach ersten Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft Paderborn davon aus, dass die Kugel, die ihn traf, abgefälscht wurde. Gutachten des Landeskriminalamtes sollen klären, ob der Schuss zulässig war und welche Rolle Jagdtechnik wie Restlichtverstärker und Nachtsichtgerät spielte.
Das 23-jährige Opfer aus Paderborn starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft wahrscheinlich durch eine abgefälschte Kugel. Vier Jäger im Alter zwischen 22 und 24 Jahren hatten versucht, ein Wildschwein zu schießen. Einer der Schüsse ist dabei vermutlich abgelenkt worden.
Jagdunfall Warburg: Fragment der Kugel im Leichnam gefunden
Das Opfer wurde nicht von der kompletten Kugel getroffen, sondern nur ein Teil des letztlich tödlichen Projektils wurde in dem Leichnam gefunden. Ein Gutachten des Landeskriminalamtes soll nun klären, ob an den Resten des Geschosses zum Beispiel Baumrinde oder Harz kleben.
Die Erkenntnisse decken sich laut Staatsanwaltschaft auch mit den Aussagen der beiden anderen Zeugen. Demnach hatten der mutmaßliche Schütze und das Opfer über "blitzende Augen gesprochen". Sie gingen also von einem sich nähernden Wild aus. Daraufhin habe der 22-Jährige den Schuss abgegeben, welcher vermutlich abgefälscht wurde und den 23-Jährigen tödlich verletzte. Auch Telefonanrufe und der Chatverlauf des Opfers bestätigen diese Version.
Tödlicher Jagdunfall: Gutachten und Ermittlungen zu Schuss und Jagdtechnik
Ein Gutachten dazu, ob der Schuss zulässig war, steht noch aus. Außerdem soll dadurch aufgeklärt werden, ob die Verletzungen mit dem Schuss und der Munition in Einklang sind.
Auch weitere Fragen müssen noch geklärt werden. So werde geprüft, ob ein benutzter Restlichtverstärker auf dem Gewehr und ein Nachtsichtgerät für die Jagd zulässig waren.
Der mutmaßliche Schütze hat sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert.
Unsere Quellen:
- Kathrin Lohmeier, Staatsanwaltschaft Paderborn
Sendung: WDR.de, Neue Details zum Tod des Jägers, 16.07.2026, 16:45 Uhr