Neurochirurgie Minden wird 50 Jahre alt
WDR. 02:38 Min.. Verfügbar bis 01.07.2028.
Abteilungen für Neurochirurgie gab es vor 50 Jahren nur an wenigen Uni-Kliniken. Der Plan für die Klinik in Minden war daher besonders. Jetzt, 50 Jahre danach, hat sich einiges geändert.
Damals war es so, dass Patienten, die kopfverletzt waren, eine Blutung oder Schlaganfall hatten, verloren waren. Heute haben diese Menschen eine Chance auf Rettung. Professor Ulrich Knappe, Klinikdirektor Neurochirugie
Früher mehr Verkehrsunfälle
Die Klinik Vorreiter sind wichtig für die Region, denn in den 70er Jahren gab es Neurochirugie nur an wenigen Uni-Kliniken in Deutschland. "Damals in den 70ern war das mit der Gurtpflicht noch nicht von jedem so gesehen. Die Airbags gab es nicht", erklärt Ulrich Knappe. "Also die passive Sicherheit im Fahrzeug hat sich deutlich verändert." Sinnvoll sei auch das Tragen eines Fahradhelms.
Prof. Ulrich Knappe, Klinikchef in Minden
In den siebziger und achtziger Jahren gab es wenig Sicherheitstechnik in Autos. Die Klinik war deshalb viel mit Unfällen im Straßenverkehr beschäftigt. Mittlerweile hat sich das geändert. Der Fokus liegt jetzt auf Krebspatienten. In der Neurochirurgie sind das oft Hirntumore.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Heute werden in der Mindener Neurochirugie etwa 11.000 Patienten und Patientinnen behandelt. 14 Ärtze arbeiten hier. Besonders wichtig ist ihnen die interdisziplinäre Zusammenarbeit. In der Radiologie besprechen sich Kollegen und Kolleginnen verschiedener Fachrichtungen und treffen dann gemeinsam Entscheidungen.
"Das ist, weil auch die Therapie selbst eine gewisse Gefahr in sich birgt, für uns alle ein großer Vorteilt, weil man weiß, es kommt keiner, der mir am nächsten Tag erzählt, er hätte es viel besser gemacht", so Ulrich Knappe. "So ist man, wenn man mal nicht erfolgreich therapieren kann, emotional auf der sicheren Seite."
"Diese Arbeit, die wir machen mit Patienten, die schwerst betroffen sind, die macht auch was mit uns." Professor Ulrich Knappe, Klinikdirektor Neurochirugie
Großer Fortschritt in letzten Jahren
Neueste Geräte wie hochauflösende Mikroskope oder digitale Navigation haben Eingriffe präziser gemacht. Dadurch sind die Operationen schonender und die Überlebenschancen höher. Patienten und Patientinnen können oft länger und mit besserer Lebensqualität leben. Diese Erfolge seien laut Klinikchef Ulrich Knappe das Besondere in dem Beruf.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Klinikdirektor Ulrich Knappe
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
- Klinik für Neurochirurgie Johannes Wesling Klinikum Minden
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 01.07.2026, 18:09 Uhr

