Sich die Hände zu desinfizieren, kann Leben retten. Gerade, wenn multiresistente Keime im Spiel sind. Eine Ansteckung mit diesen gefährlichen Erregern kann für immungeschwächte Menschen tödlich enden. Um ihnen keine Chance zu geben, werden ab sofort alle Patientinnen und Patienten in Minden-Lübbecke bei der Aufnahme ins Krankenhaus auf bestimmte resistente Keime getestet.
Abstrich "nicht schmerzhaft"
Mit der Erweiterung des Vollscreenings auf sogenannte MRGN-Erreger, also Darm-Bakterien, sind die Mühlenkreiskliniken nach eigenen Angaben deutschlandweit Vorreiter. Das neue Screening heißt auch: einen Abstrich nehmen wie in Corona-Zeiten, nur nicht im Rachen, sondern im Darmausgang. Vielleicht unangenehm, aber nicht schmerzhaft, versichern die Mühlenkreiskliniken.
Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken
Screenings bewähren sich
Die Rundum-Untersuchung bei MRSA-Keimen, also Bakterien, die Hals und Lunge befallen, machen die Mühlenkreiskliniken schon länger. "Damit haben wir die Keime gut in den Griff bekommen", begründet Sprecher Christian Busse die Erweiterung des Vollscreenings. Die Ergebnisse der Tests sind nach ein bis zwei Tagen da.
"Jeder Besucher kann dazu beitragen, dass sich Keime nicht verbreiten." Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken
Hygiene ist alles
Mit den erweiterten Untersuchungen und strengen Hygieneregeln sollen sich die Keime seltener im Krankenhaus verbreiten. Damit die Keime gar nicht erst zu den Patientinnen und Patienten kommen, appellieren die Mühlenkreiskliniken an Besucherinnen und Besucher, vor jedem Besuch den Desinfektionsspender zu nutzen. Die stehen an den Einganstüren und an jeder Stationstür.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung und Gespräch Mühlenkreiskliniken
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 07.07.2026, 09:31 Uhr
