Wie Landwirte und Jäger das Rebhuhn retten

WDR 00:44 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

Schutzprojekt in Stemwede Wie Landwirte und Jäger das Rebhuhn retten

Stand:

Elf Prozent mehr Rebhühner im Norden von OWL und rund um den Dümmer: Das Schutzprojekt in Stemwede zeigt erste Erfolge.

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Simon Kaufmann arbeitet als Reporter und Producer für den WDR Bielefeld und das WDR-Digitalteam.
Simon Kaufmann
und Mai Schiller

Im Unterstand auf dem Hof von Joachim Schmedt ist am Mittwoch ein improvisierter Pressebereich aufgebaut: Mit Heuballen zum Sitzen und einer kleinen Leinwand, auf der das Projekt vorgestellt wird. Aus ganz NRW sind Mitglieder von Ministerien, Landwirtschaftsverbänden, Naturschutzgruppen und Jägerschaften angereist.

Kommt das Rebhuhn zurück?

Die gute Nachricht: Das Rebhuhn hat sich in Stemwede und in der angrenzenden Region am Dümmer See deutlich erholt. Um elf Prozent sind die Bestände im vergangenen Jahr gewachsen. Ein Verdienst der Initiative "Rebhuhn retten - Vielfalt fördern!".

Hendrik Sprecht erklärt die Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn.

Hendrik Sprecht erklärt die Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn.

"Es ist hier Gott sei Dank noch ansässig, aber es wird auch geballt zurückkommen. Wir wollen es nicht bei dieser Region hier belassen, sondern das auch in die Breite tragen", sagt Hendrik Sprecht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.

Landwirte stellen Ackerflächen zur Verfügung

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres - und gleichzeitig noch auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. Es brütet gern in Brachflächen und genau das ist das Problem. Denn zwischen den vielen Äckern und Feldern in der Region sind geeignete Flächen für das Rebhuhn selten geworden.

Am Feldrand weisen Schilder auf die bedrohten Tiere hin.

Am Feldrand weisen Schilder auf die bedrohten Tiere hin.

"Ich erinnere mich noch, als ich Kind war, da liefen die Rebhühner hier reihenweise vor uns her. Das sieht man heute nur noch selten", erzählt Joachim Schmedt. Er ist einer der Landwirte, die für das Projekt Teile ihrer Ackerflächen zur Verfügung gestellt haben.

Ein Leuchtturmprojekt

Dort wächst jetzt kein Getreide mehr, sondern eine Blühfläche: Hier findet das Rebhuhn genügend Schutz und Nahrung für seine Küken. Denn die Blühfläche schirmt die Vögel von Fressfeinden ab und lockt gleichzeitig Insekten an, von denen sich die Küken ernähren.

Die Blühflächen sind eine zentrale Schutzmaßnahme für das Rebhuhn.

Die Blühflächen sind eine zentrale Schutzmaßnahme für das Rebhuhn.

"Mir ist es wichtig, dass das Rebhuhn hier erhalten wird. Als Landwirte haben wir ja auch irgendwie dazu beigetragen, dass die Bestände so lange zurückgegangen sind", sagt Joachim Schmedt.

Es handelt sich um ein Leuchtturmprojekt: Nicht nur über die Landesgrenze hinweg wird hier zusammengearbeitet. Auch zwischen Naturschützern, Jägern und Landwirten besteht hier eine Kooperation, die von allen Seiten sehr geschätzt wird.

Wie Landwirte und Jäger das Rebhuhn retten

WDR 22.07.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 21.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
  • Interview mit Joachim Schmedt
  • Interview mit Hendrik Sprecht, Stiftung Westfälische Kulturlandschaft

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 22.07.2026, 19:30 Uhr

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