Der Edersee trocknet aus - Geduld der Anrainer ist am Ende

02:29 Min. Verfügbar bis 22.10.2027

Der Edersee trocknet aus - Geduld der Anrainer ist am Ende

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Edersee-Kommunen wollen mehr Wasser im See behalten, um den Tourismus nicht zu gefährden. An der Oberweser sorgt das für Ärger.

Gerade einmal zu zwölf Prozent ist die Edertalsperre noch mit Wasser gefüllt, an vielen Ecken ist der See schon trockengefallen. Menschen gehen spazieren, genau dort, wo eigentlich der Grund des Sees ist. Dort wo sonst Wasser steht, liegen die Überreste alter Dörfer frei. Über die "Alte Aseler Brücke", die sonst weit unter dem Wasserspiegel liegt, kann man wieder gehen. Das "Edersee-Atlantis" zeigt sich, sagen sie hier.

Luftaufnahme der Asel-Brücke im Edersee, die bei niedrigem Wasserstand vollständig sichtbar ist

Die "Alte Aseler Brücke" liegt an der Luft.

Was für einige Besucher interessant ist, ist für viele Geschäftsleute an der Talsperre eine Katastrophe. Tretboote liegen auf dem Trockenen, viele Meter über den noch verbliebenen Wasserpfützen. Der Tourismus leide extrem, wenn kaum noch See da ist. Jetzt sei das noch zu verkraften, aber im Sommer wäre eine fast leere Talsperre existenzgefährdend für viele Betriebe.

Edersee-Anrainer möchten mehr Wasser behalten

In einer Resolution fordern der Kreis Waldeck-Frankenberg und mehrere Anrainerkommunen die Bundes- und die hessische Landesregierung auf, für Änderungen bei der Wasserbewirtschaftung zu sorgen. Ein Punkt: Rund ums Jahr soll ein angemessener Wasserstand garantiert werden, der die Interessen der Edersee-Anrainer berücksichtigt.

Bei der Steuerung des Wasserstandes sollten auch mehr aktuelle Wetter- und Klimadaten einbezogen werden, um langfristiger planen zu können, wie sich der Wasserstand entwickelt und angepasst werden muss.

Oberweser-Schifffahrt ohne zusätzliches Wasser nicht möglich

Blick auf den Edersee.

Niedriger Wasserstand im Edersee

Bei den Anliegern der Oberweser in NRW wie Höxter sorgt die Resolution der hessischen Nachbarn für großen Ärger. Der Wasserstand der Weser wird durch den Zufluss aus der Edertalsperre reguliert. Ist der Pegelstand niedrig, wird das zusätzliche Wasser benötigt, um die Schifffahrt aufrechtzuerhalten. Dabei geht es nicht nur um Touristenschiffe, sondern auch um den wichtigen Transport von Gütern mit Binnenschiffen.

Der Weserbund, in dem viele Anrainerkommunen der Weser organisiert sind, fürchtet, dass die Pläne dafür sorgen, dass der Pegel der Oberweser dauerhaft um 60 Zentimeter sinke. Müsste die Binnenschifffahrt eingestellt werden, bedeute das 60.000 LKW-Fahrten mehr im Jahr. Die Weser brauche das Wasser aus dem Edersee unbedingt.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Resolution der Edersee-Anrainer

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