Die Wasserfontäne eines Trinkbrunnens vor blauem Himmel und strahlender Sonne

Jede Kommune soll Trinkbrunnen errichten, wünscht sich der Gesetzgeber.

Bildquelle: dpa / Sebastian Christoph Gollnow

Trinkwasserbrunnen in NRWs Innenstädten Kostenloses Wasser für alle?

Stand:

In der Stadt unterwegs und durstig? Trinkwasserbrunnen sollen Abhilfe schaffen. In vielen Städten in NRW kann man so kostenlos seinen Durst löschen.

Von
Portraitbild von Cordula Krell
Cordula Krell

Wer in diesen Tagen aus dem Urlaub nach NRW zurückkommt, dem dürfte das besonders auffallen: in anderen Ländern ist der Zugang zu günstigem Wasser viel selbstverständlicher. In Paris zum Beispiel gibt es 1.200 Trinkwasserbrunnen - bei zwei Millionen Einwohnern im Stadtkern. Zum Vergleich: Köln hat knapp über eine Million Einwohner und gerade mal 16 öffentliche Trinkwasserbrunnen.

1

Hier gibt es in NRW Trinkbrunnen

Die Stadt mit den meisten Trinkwasserbrunnen in NRW ist Dortmund. Hier stehen für ungefähr 600.000 Einwohner und die Besucher der Stadt 31 Trinkwasserbrunnen.

Meistens stehen die Wasserspender da, wo viele Menschen vorbeikommen, also in den Innenstädten. Oder da, wo viele Kinder und ältere Menschen sind.

Es gibt grundsätzlich zwei Trinkbrunnen-Varianten: Das Modell, das im Dauerbetrieb vor sich hinplätschert, oder die Version, bei der der Durstige einen Knopf oder Pedal drücken muss.

2

Warum Trinkbrunnen?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Jeder soll zu jeder Zeit kostenlosen Zugang zu Trinkwasser haben. Das ist besonders für wohnungslose Menschen wichtig, aber auch alle anderen sollen so ihren Durst löschen können.

Eine Flasche wird an einem Trinkwasserbrunnen aufgefüllt, man sieht nur die Hand.

Die Trinkbrunnen sind nicht nur bequem, sondern auch noch ressourcenschonend.

Bildquelle: WDR / Rüdiger Wölk

Gerade angesichts künftiger Hitzewellen und steigender Temperaturen seien sie ein "ein wichtiger Beitrag zur Versorgung", angesichts künftiger Hitzeereignisse in urbanen Räumen, erklärt die Bundesregierung. Außerdem können die Brunnen dazu beitragen, Ressourcen zu schonen: indem Menschen ihre eigene Trinkflasche auffüllen, statt Wasser in Einwegplastikflaschen zu kaufen.

3

Gibt es ein Recht auf Trinkwasserbrunnen?

Zumindest auf dem Papier. Seit 2023 sind Kommunen verpflichtet, Trinkwasserbrunnen als Teil der "Daseinsvorsorge" einzurichten, wie es im Behördendeutsch heißt. Damit sollte eine Richtlinie der EU in deutsches Recht umgesetzt werden. Allerdings steht im entsprechend geänderten Wasserhaushaltgesetz keine Frist, Sanktionen sind ebenfalls nicht vorgesehen.

Es werden langsam mehr Trinkbrunnen in NRW

Seit der Gesetzesänderung wächst die Zahl der Brunnen langsam, aber stetig. Die Stadt Bielefeld zum Beispiel hat in den vergangenen Monaten diesbezüglich ihre Hausaufgaben gemacht: Waren es im Sommer 2025 noch fünf Trinkbrunnen, sind es jetzt zwölf. 25 weitere sind geplant.

Auch in Duisburg sind es seit 2023 deutlich mehr Brunnen geworden. Die Stadt hatte bis zu diesem Zeitpunkt zwei, nach der Gesetzesänderung sind sechs dazu gekommen, so dass es jetzt acht sind. Weitere sind hier erstmal nicht geplant.

4

Was kostet so ein Brunnen die Kommunen?

Das ist unterschiedlich. Der erste öffentliche Trinkwasserspender von Werther im Kreis Gütersloh hat 20.000 Euro gekostet, ein Teil davon wurde mithilfe eines Förderprogramms bezahlt. Mit Beschaffungskosten in dieser Größenordnung rechnet man auch in Minden.

Damit enden die Kosten aber nicht: die Brunnen müssen regelmäßig überprüft werden. Minden plant dafür 2.500 Euro für Unterhaltung und Wassergebühren ein, Bottrop geht von 2.200 Euro aus.

Ein wenig günstiger fällt die Rechnung in Oberhausen aus. Dort kalkuliert man für acht Brunnen mit 134.000 Euro - für Einbau, Wartung und Hygienemaßnahmen. Das sind jeweils rund 16.000 Euro.

Eine junge Frau trinkt an einem Trinkbrunnen, eine Wasserfontäne sprudelt.

Einer von 31 Trinkbrunnen in Dortmund.

Bildquelle: WDR / Karin Hessmann

DIe Stadt Duisburg rechnet pro Brunnen, inklusive Anschaffung und Betriebskosten, mit 30.000 Euro pro Brunnen. Sie hat ausschließlich das Modell, bei dem man Wasser anfordern muss, im Einsatz.

5

Sind dauernd laufende Trinkwasserbrunnen Wasserverschwender?

Viele Kommunen setzen auf die sogenannten Dauersprudler. Bei diesen Modellen muss man nichts anfassen, das Wasser läuft einfach so durch und verschwindet in der Kanalisation.

In Köln zum Beispiel gibt es nur die dauernd laufenden Trinkbrunnen. Das hat hygienische Gründe. Die Qualität des Trinkwassers in der Stadt sei so gut, "dass es nicht zusätzlich desinfiziert oder gechlort werden muss. Dennoch könnte ein längeres "Stehenbleiben" in der Leitung zu einer Verkeimung des Wassers führen," schreibt die Stadt dazu auf ihren Webseiten. In den Sommermonaten kann sich stehendes Wasser stark aufwärmen. Im Gegensatz zum üblichen Trinkwasserverbrauch in der Stadt sei die Wassermenge, die hier durchfließt, aber nicht verschwenderisch. Ein weiteres Argument für die Dauerbrunnen: Die Technik sei nicht so anfällig, wie beim Modell mit Knopfdruck.

Auch in Düsseldorf sind ausschließlich Brunnen im Einsatz, die rund um die Uhr durchlaufen. Rund 1,5 Liter in der Minute. Das ist nach Einschätzung der Stadt eher wenig und entspricht dem Jahresverbrauch von zwei Einfamilienhäusern.

Wie viel Wasser sollten wir trinken?

Bildquelle: WDR

Quarks 25.08.2022 04:22 Min. UT Verfügbar bis 25.08.2027 WDR Von Axel Bach, Kerstin Gründer

Trinkwasserbrunnen in NRW: Kostenlos den Durst löschen

WDR 13.08.2026 01:13 Min. Verfügbar bis 12.08.2028 WDR Online

Download

Unsere Quellen:

  • Webseite des Bundesministerium für Umwelt
  • Webseite Bundestag.de
  • Stadt Köln
  • DEW21 Dortmund
  • Stadt Duisburg
  • Stadt Bottrop
  • Stadt Düsseldorf
  • Webseite der Touristeninformation Paris
  • bisherige WDR-Berichterstattung

Sendung: WDR.de, Trinkwasserbrunnen in NRW: Kostenlos den Durst löschen, 14.08.2026, 05:09

Weitere Beiträge zum Thema Freizeit

1 / 2