Zum ersten Mal: Paderborn rutscht ab 2027 in die Haushaltssicherung
Lokalzeit OWL. 10.12.2025. 01:27 Min.. Verfügbar bis 10.12.2027. WDR. Von Simon Rahe.
Zum ersten Mal: Paderborn rutscht ab 2027 in die Haushaltssicherung
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Die Stadt Paderborn steht finanziell unter zunehmendem Druck. Um in den kommenden Jahren handlungsfähig zu bleiben, geht sie ab 2027 in die Haushaltssicherung. Um für 2026 einen Nothaushalt zu verhindern, schlägt der Kämmerer vor, einen großen Teil der Schulden auf die Folgejahre zu verteilen.
Für die nächsten Jahre rechnet die Verwaltung mit Haushaltsdefiziten zwischen etwa 50 und 75 Millionen Euro. Paderborns Finanzprobleme sind dabei keine Ausnahme in NRW. Bei nahezu allen Kommunen sorgen die schwächelnde Konjunktur und steigende Ausgaben dafür, dass die Steuereinnahmen deutlich langsamer wachsen, so Städtetagspräsident Burkhard Jung.
Bürgermeister warnt: "Nothaushalt droht"
"Wenn wir nicht strukturelle Reformen in enger Abstimmung mit allen Beteiligten auf den Weg bringen, droht uns der Nothaushalt", sagt Bürgermeister Stefan-Oliver Strate.
In einem Nothaushalt entscheidet die Kommunalaufsicht, in diesem Fall der Kreis Paderborn, über den Haushalt mit. Der Stadt sind dann fast nur noch Pflichtausgaben erlaubt. Mit einem Haushaltssicherungskonzept behält die Stadt mehr Autonomie bei ihren Ausgaben. Ziel ist es, innerhalb von zehn Jahren wieder zu ausgeglichenen Finanzen zurück zu kommen.
27 Millionen Euro Schulden werden aufgeschoben
Damit der Haushalt für das kommende Jahr 2026 gesichert ist und auch in diesem Fall ein Nothaushalt verhindert werden kann, hat der Kämmerei den Ratsmitgliedern am Dienstag, 16. Dezember 2025, einen Plan vorgestellt. Konkret schlägt er einen Verlustvortrag vor: Das würde bedeuten, dass Schulden, die in 2026 entstehen, verschoben werden. Sie können durch Gewinne in Folgejahren ausgeglichen werden. Insgesamt wären das mehr als 27 Millionen Euro.
"Die Entscheidung, den Haushalt 2026 mit einem Verlustvortrag in den Rat einzubringen, sehe ich immer noch als eine präventive Maßnahme vor dem eigentlichen Unwetter." Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (CDU)
Paderborn sucht Lösungen: Mehr Steuereinnahmen und Sparmöglichkeiten
Um die Einnahmen der Stadt zu verbessern, wird es eine Beherbergungssteuer in Paderborn geben - das hat der Rat beschlossen. Außerdem ist ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Borchen in Planung. Über den Haushalt muss der Rat der Stadt Ende März noch abstimmen. Welche Sparmaßnahmen auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen, soll im kommenden Jahr erarbeitet werden.
Unsere Quellen:
- Stadt Paderborn
- Stefan-Oliver Strate, Bürgermeister Paderborn
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen, Lokalzeit, 10.12.2025, ab 14:31 Uhr