Zwischen Suche, Hoffnung und Spekulation
Bildquelle: Meis/WDRWDR. 2 Min. 15 Sek.. Verfügbar bis 16.09.2028.
Wer hat Oskar von der Linden gesehen? Seit dem 9. September wird der Maschinenbau-Stundent aus Paderborn vermisst. Seine Familie ist in großer Sorge.
Die Mutter des 32-jährigen hängt Zettel an verschiedenen Orten auf, an denen er sich häufig gerne aufhilt. Zum Beispiel an den den Externsteinen im Kreis Lippe. "VERMISST! Wer hat Oskar gesehen?" steht auf dem Zettel an einer Wandertafel. Dazu ein Foto von Oskar.
Mit diesem Zettel hofft Oskars Mutter auf Hinweise zu ihrem verschwundenen Sohn.
Bildquelle: Meis/WDRAm Telefon erzählt Oskars Mutter gegenüber dem WDR, ihr Sohn sei vergangene Woche zu einem lange verabredeten Treffen mit seinem Bruder erwartet worden. Dort aber einfach nicht erschienen. Auch sein Handy lässt sich nicht orten. Die Polizei entscheidet sich für eine Öffentlichkeitsfahndung, 15 Hinweisen aus der Bevölkerung gehen die Beamten nach – bisher ohne Erfolg.
Oskar wollte offenbar wandern gehen, das hatte er gegenüber seinen Mitbewohnern gesagt. "Vielleicht sind gerade jetzt andere Wanderer besonders aufmerksam", hofft Polizeisprecherin Imke von der Heiden, "wir sind da über jeden Hinweis dankbar."
Auch 77-Jährige aus Willebadessen seit drei Monaten vermisst
Auch nach der verschwundenen Irmgard Amedick aus Willebadessen wird mit Zetteln gesucht.
Bildquelle: Matthias MünzelSeit Juli wird außerdem die 77-jährige Irmgard Amedick aus Willebadessen vermisst. Als sie aus ihrer Senioren-WG verschwindet, herrschen Temperaturen von mehr als 30 Grad.
Zunächst gibt es eine Spur: Die Seniorin könnte zu einer Waldhütte gelaufen sein, dort wird drei Tage später ihre Tasche gefunden. Ein Spürhund kann ihre Spur noch ein Stück weiter verfolgen, dann verliert sich die Fährte in der Nähe von Lichtenau.
Hunderte Polizisten, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer suchen zwar nach der Vermissten, auch Hubschrauber, Drohnen und Suchhunde kommen zum Einsatz. Bis heute aber ohne Erfolg. Weitere Suchaktionen seien ohne neue konkrete Hinweise nicht sinnvoll, sagt die Polizei Höxter, auch hier liegt die Hoffnung jetzt auf Wanderer und Spaziergängern, die im Eggegebirge unterwegs sind.
Social Media kann unterstützen – aber auch Falschinformationen verbreiten
Meldungen zu Vermissten gibt es immer wieder. Menschen verschwinden, Angehörige werden misstrauisch und melden sich bei der Polizei. Nicht hinter jedem Vermisstenfall steckt zwangsläufig ein Verbrechen oder ein Unglück, vor allem erwachsene Personen könnten auch freiwillig gegangen sein.
Die Polizei steht deshalb vor der schwierigen Aufgabe, die Situation richtig einzuschätzen und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Social Media verändert den Umgang mit solchen Fällen, denn über das Internet können Informationen über vermisste Menschen sich innerhalb weniger Stunden tausendfach verbreiten. Das kann die Suche unterstützen und wichtige Hinweise liefern. Doch die Sozialen Netzwerke bringen auch Nachteile.
"Uns hilft, wenn Hinweise direkt an uns weitergegeben werden", sagt Imke von der Heiden. Leider werden in den Sozialen Medien aber auch häufig falsche Hinweise geteilt und Spekulationen angeheizt. Für die Polizei bedeutet das dann zusätzliche Arbeit.
"Wir möchten darauf hinweisen, dass insbesondere in Sozialen Medien nicht spekuliert werden soll. Das hilft nicht weiter." Imke von der Heiden, Polizei Paderborn
Sachdienliche Hinweise zum Vermisstenfall von Oskar von den Linden nimmt die Polizei Paderborn unter der Telefonnummer 05251 306-0 entgegen. Man kann sich aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilungen der Polizei
- Recherchen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 16.09.2026, 19:30 Uhr