Woher soll bald unser Getreide kommen?

Bildquelle: WDR / Stefan Leiwen

WDR 02:32 Min. Verfügbar bis 11.08.2028

Straßen statt Ackerland Woher soll bald unser Getreide kommen?

Stand:

Mit 400 Schildern machen Landwirte in Bielefeld und Herford auf den Verlust wertvoller Ackerflächen aufmerksam. Sie werben für den Schutz fruchtbarer Böden und die Sicherung der regionalen Lebensmittelproduktion.

Fünf Schläge mit dem schweren Hammer, dann steht das Schild "Ernährungsschutzgebiet". Damit kennzeichnet Landwirt Jochen Höner sein Zuckerrübenfeld in Enger. In fünfter Generation bewirtschaften er und seine Familie etwa 80 Hektar im Kreis Herford. Als Ackerbauer ist er auf genügend Fläche angewiesen, denn sonst lohnt sich der Betrieb nicht.

Portrait des Landwirts Jochen Höner aus Enger
"Unsere Böden sind sehr gut und wertvoll. Wir wollen regionale Erzeugung und Ernährung sichern." Jochen Höner, Landwirt aus Enger

Allerdings schrumpft die landwirtschaftliche Fläche immer weiter: Bielefeld beispielsweise verliert pro Jahr fast 120 Hektar Land. Das sind 169 Fußballfelder. Erhoben wurden die Zahlen im Zeitraum von 2020 bis 2024.

Im Kreis Herford sind es ungefähr 60 Hektar pro Jahr.

Deswegen appellieren die Landwirte: Wir brauchen einen bewussteren Umgang mit unseren Äckern. Einmal versiegelt sind sie meist verloren. Denn Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete oder auch Naturschutz-Ausgleichsflächen werden nicht wieder zu Ackerboden.

Ein Traktor fährt über das Feld

Ein Traktor fährt über das Feld

Bildquelle: WDR / Stefan Leiwen

Landwirte befürchten Flächenfraß

Um alle Menschen vor dem Verlust regionaler Landwirtschaft zu warnen, haben die Landwirte in Bielefeld und Herford 400 Schilder aufgestellt. Mit sieben unterschiedlichen Motiven - von Getreide über Zuckerrübe bis Raps - stehen sie nun an Feldern und Äckern, gut sichtbar für Vorbeikommende.

Alle haben einen QR-Code, über den man weitere Infos erhalten kann. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Bielefeld-Herford ist der erste bundesweit, der mit einer solchen Aktion auf die Bedeutung der heimischen Agrarproduktion aufmerksam macht.

Im Feld steht ein Schild mit der Aufschrift "Ernährungsschutzgebiet"

Die Schilder sollen auf die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft aufmerksam machen.

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"Wir möchten, dass nicht über unsere Flächen bestimmt wird, sondern dass wir gemeinsam Lösungen im Sinne der Natur finden." Jens Müller, Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

Der Kreis Herford arbeitet an einem neuen Landschaftsplan. Der Kreistag hat das 2017 beschlossen. Die bisher gültigen kleineren lokalen Pläne sollen in einem kreisweiten Plan zusammenfließen. Dabei wird auch die Schutzwürdigkeit von Flächen beschrieben. 2027 soll der neue Landschaftsplan im Kreis Herford in Kraft treten.

Unsere Quellen:

  • Recherchen des WDR-Reporters vor Ort
  • Jens Müller vom Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.
  • Landwirt Jochen Höner aus Enger

Landwirte rufen Ernährungsschutzgebiete aus

WDR Studios NRW 11.08.2026 00:53 Min. Verfügbar bis 10.08.2028 WDR Online

Sendung: WDR.de, Landwirte rufen Ernährungsschutzgebiete aus, 11.08.2026, 09:34 Uhr

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