Erika Schruf, Karin Rettig und Katja Richert (v.l.) freuen sich auf das wöchentliche Training.
Bildquelle: WDR/ Christina StrunkMusik an und los geht's: Beim Aufwärmen ist der Gruppe gute Stimmung wichtig. Erst wenn Arme und Beine warm sind, geht es los in den Botanischen Garten Gütersloh. Wie jede Woche.
Angelika Flötotto, Erika Schruf und Kartin Rettig (v.l.) machen Kraftübungen.
Bildquelle: WDR/ Christina StrunkWie jede Woche ist auch Karin Rettig dabei. Die 66-Jährige gehört zu den ersten Mitgliedern der Onko-Walking Gruppe. Genau vor zehn Jahren erfuhr sie bei einem Screening, dass sie Brustkrebs hat.
"Wenn man Krebs hört, denkt man erstmal, das war's und denkt nicht an Heilung." Karin Rettig, Mitglied Onko-Walking Gruppe
Für Karin Rettig standen nun die Chemotherapie und anschließend Bestrahlung auf dem Programm. Plötzlich war alles anders für die zweifache Mutter: "Man geht auf einmal nicht mehr zur Arbeit und dann will man trotzdem was machen und Kontakte schließen." In einer Selbsthilfegruppe erfuhr sie von der Walking-Gruppe. Dort fühlte sie sich direkt wohl und hat dort inzwischen auch neue Freunde gefunden.
Sport während der Chemotherapie fällt schwer
Maria Speich leitet die Onko-Walking Gruppe von Anfang an.
Bildquelle: WDR/ Christina StrunkStudien belegen, dass Sport bei der Behandlung von Tumoren helfen kann, den Blutdruck senkt und Begleitsymptome von Therapien lindern kann. "Der Krebspatient soll drei Mal die Woche Herzkreislauf-Training machen und zwei Mal die Woche Krafttraining. Und da habe ich gesagt: Wer schafft das?", erzählt Trainerin Maria Speich. Denn schon für gesunde Menschen sei das ein hohes Maß an Sport. Deswegen gründete sie die Gruppe vor zehn Jahren. Die Teilnahme daran ist bis heute kostenlos.
Zum Jubiläum gab es eine Cappy für jedes Mitglied.
Bildquelle: WDR/ Christina StrunkDie Treffen sollen helfen, sich aufzuraffen, mit anderen zusammen zu kommen. Lachen und Spaß seien dabei genauso erwünscht wie Gespräche über Reha-Erfahrungen oder Perücken. Wem es mal nicht gut geht, der kann einfach langsamer gehen, die anderen warten dann.
Gegenseitiges Verständnis und Mut machen
Wie war es bei den anderen mit den Haaren? Wie gehen andere mit Schlafstörungen um? Wer in der Onko-Walking Gruppe ist, weiß genau, worum es geht. Und dieses Verständnis tut gut, sagt Karin Rettig. Der Sport und die Kontakte hätten sie durch eine Zeit voller Sorge und Ungewissheit begleitet. "Im Alltag ist der Krebs in den Hintergrund gerückt, aber so ganz vergessen kann man ihn nicht."
Das Abschlussritual: Eine Umarmung und gegenseitiges Lob nach der Stunde Sport.
Bildquelle: WDR/ Christina StrunkFür viele der Mitglieder ist der Termin jeden Mittwoch in der Woche heilig - alles andere werde "drumherum" geplant, erzählen sie. Und die Trainerin hat noch Zukunftspläne: Mal eine Fahrt mit Übernachtung machen, andere Parks erleben, Wellness genießen. Die Gruppe würde sich freuen.
Unsere Quellen:
- Klinikum Gütersloh
- Recherchen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Mit Sport und Gemeinschaft gegen den Krebs, 13.08.2026, 05:03 Uhr
