Die Burg Vischering ist umgeben von Wassergräben, so genannten Gräften.

Mikroben gegen Fischsterben in Lüdinghausener Burggräfte

Trockenlegen und Ausbaggern - das soll Tieren in der Gräfte in Lüdinghausen künftig erspart werden. Mikroben sollen das erledigen.

Von Markus Holtrichter

Die Burg Vischering soll fit für den weiteren Klimawandel werden. Vor allem das nasse Drumherum. Hier gab es schon häufiger Massensterben von Fischen und Enten. Die Gründe: Sauerstoffmangel und giftige Bakterien.

Drecksarbeit am Grund

Die Burg Vischering ist umgeben von Wassergräben, so genannten Gräften.

Die Innengräfte der Burg wurde sonst mit einem Saugboot gereinigt

Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDR

Damit das künftig möglichst nicht mehr geschieht, lässt der Kreis Coesfeld nun lange Schläuche in den Burggräben verlegen. Über sie soll beständig Luft in den Schlamm strömen. Der Sauerstoff soll Mikroben füttern, die dann regelrecht Drecksarbeit übernehmen.

Die Mikroben werden jährlich eine Schicht von bis zu 20 Zentimetern vertilgen und uns so helfen. Ruth Cramer, Projekt-Koordinatorin des Kreises Coesfeld
Ruth Cramer zeigt einen Querschnitt eines Belüftungsschlauchs. Im Hintergrund sind der Wassergraben und die Burg Vischering zu sehen.

Ruth Cramer mit dem Querschnitt eines Belüftungsschlauchs

Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDR

Blätter und andere Pflanzenreste lagern sich am Grund der Gräften ab. Damit die Gewässer nicht versanden, wurden die Sedimente bislang regelmäßig aufwändige abgebaggert oder mit Saugbooten entfernt. Das war teuer und ein herber Eingriff ins Ökosystem.

"Mönche" sorgen für Frischwasser

Günstiger und optimal verträglich sollen es nun die Mikroben erledigen. Dazu wird eine Belüftungsanlage abseits der Burg entstehen. Weitere Anlagen, so genannte "Mönche", sollen zudem künftig den Wasserdurchfluss besser steuern. Das Frischwasser kommt aus der nahen "Vischering Stever".

Ein großer gelber Bagger steht auf der zugewucherten Außengräfte

Zum vorerst letzten Mal arbeiten Bagger in der Außengräfte

Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDR

Zum vorerst letzten Mal wühlen Bagger nun in der Außengräfte. Sie entfernen wuchernde Pflanzen, wollen hier eine flache Sumpflandschaft schaffen. Die Innengräfte hingegen muss stets geflutet bleiben. Sonst würden die schweren Eichenpfähle unter dem historischen Gemäuer der Burg Vischering verrotten.

Kreis hofft auf Nachahmer

Ruth Cramer vom Kreis Coesfeld hofft, dass das Klimawandel-Projekt auch Vorbild für andere problematische Gewässer im Münsterland sein wird. Das System kommt in kleinerem Rahmen bereits in der Stever, kurz vor dem Halterner Stausee zum Einsatz.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Kreis Coesfeld

Mikroben gegen Fischsterben in Lüdinghausener Burggräfte

WDR Studios NRW 11.11.2025 40 Sek. Verfügbar bis 12.11.2027 WDR Online

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