Trinkwasserbrunnen in OWL

Bildquelle: WDR / Mischa Dallmann

WDR 01:43 Min. Verfügbar bis 12.08.2028

Trinkwasserbrunnen in OWL Zwölf Brunnen in Bielefeld, keiner in Bad Driburg

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Seit 2023 sollen Gemeinden öffentliche Wasserspender aufstellen. In Ostwestfalen-Lippe ist daraus ein Flickenteppich geworden.

"Ein Bierbrunnen wäre mir lieber gewesen, aber ein Trinkwasserbrunnen ist auch in Ordnung", findet Ursula Schnieder-Schlomm und steht lachend vor einer unscheinbaren Apparatur, die aussieht, als würde ein unterirdisches Rohr versehentlich aus dem Asphalt wachsen. Sie drückt auf einen metallischen Knopf und füllt sich nach dem Sport ihre Wasserflasche. Völlig kostenlos.

Aus dem Trinkbrunnen in Werther läuft Wasser.

Der neue und einzige Trinkwasserbrunnen in Werther

Bildquelle: WDR / Mischa Dallmann

Seit diesem Sommer steht der erste öffentliche Trinkwasserspender der Stadt Werther im Kreis Gütersloh auf dem C.-F.-Venghauss-Platz. Rund 20.000 Euro hat die Säule gekostet, 30 Prozent davon kamen aus einem Förderprogramm. Damit gehört Werther zu den Kommunen in Ostwestfalen-Lippe, die geliefert haben. Andere warten noch, eine hat sich bewusst dagegen entschieden.

Bielefeld: von fünf auf zwölf in einem Jahr

Am weitesten ist Bielefeld. Im Sommer 2025 waren es fünf Spender, inzwischen sind es zwölf. Sie stehen unter anderem auf dem Kesselbrink, am Obersee, im Tierpark Olderdissen und auf dem Marktplatz Jöllenbeck. Rund 25 weitere sind geplant, knapp 40 Standortvorschläge wurden geprüft: nach Wärmebelastung, Passantenzahlen und der Nähe zu Aufenthaltsorten von Kindern und älteren Menschen.

"Wasser ist mittlerweile ein absolut kostbares Gut, deswegen finde ich die Lösung mit dem kostenlosen Trinkwasser total klasse." Ursula Schnieder-Schlomm, nutzt den Trinkwasserbrunnen in Werther

Die Qualität werde laufend kontrolliert: "Alle Spender werden durch ein externes Labor geprüft", sagte Maximilian Kotthaus von den Stadtwerken dem WDR. Auffällige Anlagen könnten vorübergehend abgeschaltet werden.

In Paderborn liegen 8.000 Euro Spenden bereit

Gütersloh betreibt zwei Anlagen, vor dem Kundenzentrum der Stadtwerke und am Rathaus. Gut 11.600 Euro kostete der zweite, neueste Spender, 30 Prozent trugen die Stadtwerke. Im Winter wird er zum Schutz vor Frostschäden demontiert.

In Paderborn dagegen gibt es bis heute noch keine öffentliche Zapfstelle, obwohl der Rat den Bau vor einem Jahr beschlossen hat und der Standort feststeht: die Westernstraße vor dem Franziskanerkloster. Zwei Privatleute haben der Stadt inzwischen je 4.000 Euro gespendet, damit der Brunnen kommt, wie ein Stadtsprecher dem WDR bestätigte. Gebaut wird trotzdem nicht. Die Stadt wartet auf die Entscheidung des Fördermittelgebers, aber der könne derzeit keine Angaben zum Bearbeitungszeitraum machen.

Ein historischer Zufall am geplanten Standort: Genau dort stand einer der alten Paderborner "Kümpe", aus denen die Bevölkerung jahrhundertelang ihr Wasser schöpfte.

Bielefelderin zapft sich an eine der fünf Spendern Trinkwasser

Kesselbrink: Einer von zwölf Wasserspendern in Bielefeld

Bildquelle: Christian Michel

Bad Driburg geht einen anderen Weg. Der Umweltausschuss der Stadt entschied sich im Juli 2026 gegen öffentliche Trinkwasserbrunnen, aus Kostengründen. Stattdessen startete in dieser Woche die Aktion "Bad Driburger Wasserpunkt" von Stadt, Werbering und Touristik: Geschäfte schenken an heißen Tagen kostenlos Wasser aus.

2.500 Euro pro Brunnen und Jahr

Dass die Kosten ein Argument sind, zeigt der Blick nach Minden. Dort hat man die längste Erfahrung mit Trinkbrunnen. Eine 2017 in der Obermarktstraße installierte Säule musste wegen wiederholter Vandalismusschäden und andauernder Verschmutzung wieder abgebaut werden.

Zwei neue Anlagen laufen seit 2024 am Scharn und an der Ecke Markt/Lindenstraße, zwei weitere sollen folgen, eine an der neuen Weserpromenade. Rund 20.000 Euro Beschaffungskosten je Brunnen kalkulierte die Stadt, dazu etwa 2.500 Euro jährlich für Unterhaltung und Wassergebühren.

Wo Kommunen zögern, springen andere ein

In Bad Wünnenberg-Fürstenberg errichteten Ehrenamtliche der KulturScheune1a 2026 einen frei zugänglichen Brunnen, geprüft vom Wasserversorger und vom Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt OWL. In Detmold entstand ein Trinkbrunnen zwischen Life Park und Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Deshalb müssen Städte und Gemeinden Regelungen finden

Grundlage für die verschiedenen Maßnahmen ist eine Anfang 2023 vollzogene Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes, durch die Kommunen verpflichtet werden, im öffentlichen Raum Trinkwasserbrunnen als Teil der Daseinsvorsorge einzurichten. Eine Frist nennt das Gesetz nicht, Sanktionen sieht es nicht vor. Das erklärt, warum drei Jahre später, zwischen zwölf Brunnen und keinem, alles möglich ist.

Zwölf Brunnen in Bielefeld, keiner in Bad Driburg

WDR 12.08.2026 00:57 Min. Verfügbar bis 12.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Stadt Paderborn
  • Stadt Bielefeld
  • Stadt Bad Driburg
  • Stadt Minden
  • Stadt Werther
  • Recherchen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 12.08.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR.de, Zwölf Brunnen in Bielefeld, keiner in Bad Driburg, 12.08.2026, 05:03 Uhr

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