In Vlotho ist das Allzeit-Tief heute Morgen bereits erreicht worden. Dort ist der Pegel auf 82 Zentimeter gesunken und hat damit den bisher niedrigsten Pegel von 85 Zentimern aus dem Jahr 2018 übertroffen. Damals war der Tiefstwert auch erst im Oktober erreicht.
Und auch in Höxter ist der historisch niedrige Wasserstand erreicht. Da liegt der Pegel heute bei 54 Zentimetern. Am Sonntag, den 9. August 2026, lag der Pegel hier noch bei 57 Zentimetern.
Schifffahrt schon jetzt kaum noch möglich
Nicht mal das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser (WSA) selbst kann sich noch richtig auf der Oberweser bewegen. Maurice Jurke und seine Mitarbeiter vom WSA wollten eigentlich demnächst nochmal mit ihrem flachsten Boot - dem sogenannten "Flieger" - für Messungen rausfahren.
"Selbst daran, dass der Flieger noch fahren kann, zweifeln wir inzwischen. Also realistisch gesehen: Alles, was größer ist als ein Kanu ist nicht mehr in der Lage auf der Oberweser zu fahren." Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser
Schifffahrt ist in Ostwestfalen-Lippe und Umgebung auf der Weser aktuell nur noch zwischen Minden und Vlotho möglich und bei Hameln - weil die Weser an diesen Stellen gestaut wird. Dort fahren die Fahrgastschiffe immer noch und auch Sportboote sind noch auf dem Wasser.
In Porta und Minden noch nicht Tiefstand
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt rechnet in den kommenden Wochen für die Weser auch an anderen Orten mit einem historisch niedrigen Wasserstand. Auch in Porta liegt der Pegel mit 86 Zentimetern nur noch zwei Zentimeter über dem Rekord-Tief.
Die Mindener Fahrgastschifffahrt sei noch nicht betroffen. Der Betrieb auf Mittellandkanal und Oberweser laufe derzeit uneingeschränkt. Bis zu einem Pegel von rund 60 Zentimetern kann demnach das flachste Schiff fahren. Das WSA rechnet damit, dass auch hier der Pegelstand weiter sinkt, weil der August trocken sein soll.
Fußgänger statt Schiffe: Passanten sind laut DLRG zu risikobereit
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beobachtet gleichzeitig, dass Fußgänger an der Weser immer unvorsichtiger werden und das Flussbett betreten. Aber davor warnt die DLRG ausdrücklich.
Es sei rutschig und man könne sich leicht den Kopf aufschlagen, wenn man fällt. Denn das Niedrigwasser bringt viele Steine und Müll mit scharfen Kanten zum Vorschein.
Von der Edertalsperre ist keine Unterstützung mehr zu erwarten
Zudem kommt von der Edertalsperre in Nordhessen kaum noch Wasser. Eigentlich gibt sie in trockenen Zeiten gezielt Wasser an die Eder ab, das später über Fulda und Weser auch Ostwestfalen-Lippe erreicht. Da die Talsperre aber selbst nur noch wenig Wasser gespeichert hat, gibt sie kaum noch etwas ab, um die Pegel der Flüsse zu stabilisieren.
Auch an der Edertalsperre ist der Wasserstand niedrig.
Bildquelle: dpa/ Stefan RampfelDass die Schifffahrt auf der Oberweser teilweise eingestellt werden musste, war schon häufiger der Fall. Früher reichte das Wasser in der Edertalsperre aber mindestens bis Ende August, um die Schifffahrt in Gang zu halten.
Dass es dieses Jahr besonders früh zur Neige geht, liegt daran, dass im trockenen Frühjahr nur wenig Wasser gespeichert werden konnte und daran, dass es diesen Sommer bislang so heiß und trocken war, dass bereits viel entnommen werden musste, um den Weserpegel hoch zu halten.
Unsere Quellen:
- Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser
- DLRG Bezirksleitung Göttingen
Sendung: WDR.de, Rekord-Niedrigwasser für Oberweser teilweise erreicht, 12.08.2026, 10:42 Uhr