Jens Spahn war als Bundesgesundheitsminister für die Beschaffung von Corona-Masken verantwortlich
Die Hochphase der Corona-Pandemie ist mehr als sechs Jahre her. Am Bonner Landgericht geht einer der Prozesse rund um die Beschaffung von Corona-Masken heute weiter. Ein Hamburger Unternehmen hatte gegen das Bundesgesundheitsministerium geklagt und fordert 287 Millionen Euro plus 160 Millionen Euro Zinsen.
Prozessauftakt im Bonner Landgericht am 10.06.2026
Laut der Firma habe der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mehr als 350 Millionen Masken bei ihnen bestellt, dann aber wieder kurzfristig abgesagt. Später kam raus, dass stattdessen die Schweizer Firma Emix beauftragt wurde.
Kaufvertrag: Ja oder Nein?
Die alles entscheidene Frage, die jetzt geklärt werden muss: Gab es einen Kaufvertrag? Laut der Hamburger Firma legen Telefonate und E-Mails nahe, dass das Gesundheitsministerium die Masken unbedingt bestellen wollte. Das Ministerum hingegen geht davon aus, dass es keinen Kaufvertrag gab.
Viele weitere Verfahren wegen Masken-Deals
Neben der Hamburger Firma klagen deutschlandweit fast 100 weitere Unternehmen in ähnlichen Masken-Verfahren gegen den Bund. All diese Klagen gehen auf die Hochphase der Corona-Pandemie zurück, als Masken und medizinische Geräte händeringend gesucht wurden.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Sprecher des Landgerichts Bonn, Stephan Schulz
- WDR-Gespräch mit Anwalt Dennis Geissler
Sendung: WDR.de, Urteil im Millionenprozess gegen Bund erwartet, 22.07.2026, 05.10 Uhr