CSD in Bonn: Bunt und bedroht?

Bildquelle: WDR/ Paula Randerath

Aktuelle Stunde 01.08.2026 30:50 Min. UT Verfügbar bis 01.08.2028 WDR

Nach Anschlag in Berlin So feiert die queere Community den CSD

Stand:

"Jetzt erst recht" - eine Woche nach dem Anschlag in Berlin läuft in Bonn der Christopher Street Day. Größer als jemals.

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Paula Randerath

"Ihr wisst alle, was in Berlin passiert ist. Das hat uns alle geschockt". Mit einer Gedenkansprache eröffnet Claudia Brenig von Rheinqueer e.V. den Christopher Street Day (CSD) in Bonn. "Wir sind heute auch in Gedanken bei den Opfern, bei der verstorbenen Frau und bei allen, die verletzt wurden und in Berlin traumatisiert wurden."

Die Menschen auf dem Bonner Münsterplatz nehmen sich in den Arm. Schweigen. Dann Applaus. Berlin ist hier heute allgegenwärtig.

Viele Feiernde beim CSD in Bonn

Um kurz nach eins ist der Münsterplatz schon voll. Zwischen kleinen Buden und vielen dekorierten Pavillons stehen hunderte Menschen mit Regenbogenfahnen, Glitzer im Gesicht und bunten Kleidern.

CSD-Demos in NRW: "Jetzt erst Recht!"

Die CSD-Demos in Bonn, Moers und Ahaus am Samstag stehen unter dem Eindruck des Anschlags auf den Berliner CSD am vergangenen Wochenende. Das sagen die Teilnehmer.

Zwei Frauen lächeln in die Kamera.

Mutter und Tochter sind heute extra aus Rheinbach nach Bonn angereist und feiern hier heute zum ersten Mal auf Beethovens Bunter.

CSD_Teilnehmer Sascha hält einen schwarzen Schirm in der rechten Hand, in der linken Hand hält er mit Dani und einer dritten Person eine Regenbogenfahne.

Sascha und Dani (von links) haben den Gummersbacher CSD dieses Jahr ins Leben gerufen. Heute wollen sie die Bonner Community zu dritt unterstützen.

Zwei Frauen von den Omas gegen Rechts tragen weiße Westen und halten ein Nummernschild ain den Händen.

Die Omas gegen Rechts aus Kall sind angereist: Als Unterstützung des Veranstalters "Rheinqueer e.V.".

Luisa und Judith pusten beim CSD in Bonnn Seifenblasen.

Luisa und Judith sind gemeinsam auf dem CSD in Bonn. Angst haben sie keine.

Eine Frau mit einem pinken T-Shirt und Brille steht auf einem Markplatz. Sie schaut lächelnd in die Kamera. Auf dem T-Shirt steht "Lieb doch, wen du willst".

Julia Blatt ist queer und engagiert sich ehrenamtlich in der Community. Dabei bietet sie queeren Menschen einen Raum für Gespräche.

Zwei Frauen mit Sonnenbrillen halten bunte Luftballons in ihren Händen.

Die Lebenshilfe Bonn verteilt Luftballons für mehr Sichtbarkeit für queere Menschen mit Behinderung.

Sebastian hat sich eine Regenbogenfahne umgebunden und hält Sarahs Hand. Vor ihnen der Schriftzug "Bonn". Das o ist ein Kussmund.

Sebastian und Sarah besuchen immer den CSD in Bonn und Köln. Dieses Jahr sagen sie "Jetzt erst recht".

Ein Mann mit einem schwarzen T-Shirt und einem Regenbogenherz darauf schaut lächelnd in die Kamera. Im Hintergrund stehen mehrere Pavillons auf einem Marktplatz.

Michael Harings von "Rheinqueer e.V." freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD.

Eine Frau hält eine riesige Pride-Fahne, hinter ihr steht eine Gruppe junger Frauen.

Auch in Ahaus war CSD - zum zweiten Mal in der Geschichte der Kleinstadt im Münsterland. Organisiert hat ihn der Verein "Queer in Ahaus".

Eine große Personengruppe läuft eine Straße entlang. Vereinzelt tragen sie Regenbogenfahnen.

In diesem Jahr kamen mehr Menschen als erwartet. Rund 450 statt der angemeldeten 350 Demonstrierenden gingen in Ahaus für queere Rechte auf die Straße.

Eine große Personengruppe versammelt sichauf einem Platz. Viele von ihnen tragen Regenbogenfahnen.

In Redebeiträgen ging es immer wieder um den schrecklichen Anschlag beim CSD in Berlin - davon unterkriegen lassen will sich die queere Community aber nicht.

Mehrere Frauen und Männer in weißen Westen stehen in einer Gruppe und halten ein Banner mit der Aufschrift "Nie wieder ist jetzt".

Auch hier mischen die Omas gegen Rechts mit: Sie sind extra aus der Nachbarstadt Gronau angereist und wollen für queere Rechte und gegen rechtes Gedankengut demonstrieren.

Broschüren und Flyer über LGBTQ und Queerfeindlichkeit liegen auf einem Tisch, der mit einer Regenbogenflagge bedeckt ist.

An vielen Ständen gibt es Infomaterial zur Aufklärung sowie jede Menge Pride-Fahnen.

Viele Demonstrierende laufen über eine Straße und halten Regenbogenfahnen.

Auch in Moers sind heute viele Menschen zum CSD gekommen.

Der Demozug beim CSD in Moers mit einem Plakat, auf dem steht "CSD Moers. Gemeinsam. Vielfältig. Stark"

Angekündigt beim CSD in Moers waren 150 Menschen - laut Polizei waren rund 450 Teilnehmer dabei.

Zwei Frauen pusten Seifenblasen.

Die Freundinnen Boudicca Airinger und Angel Reka sind in Moers beim CSD dabei, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.

Ein Mann und eine Frau liegen sich in den Armen und lächeln fröhlich in die Kamera.

Die bunte Demonstration startete am Nachmittag um 16 Uhr und endete am Bollwerk 107.

Marius-Felix-Aladini Femaro trägt ein orangenes TOp und ein Schild in seinen Händen.

Marius-Felix-Aladini Femaro ist aus Essen zum CSD nach Moers gefahren. Er sagt: "Ich bin von dem Mut der Leute sehr begeistert. Und das ist jetzt hoffenlich auch ein Zeichen in die Welt: Jetzt erst recht!"

Vier Menschen im Portraitfoto lachen in die Kamera. Einer hält eine Flagge, eine andere Person sitzt in einem Rennauto-ähnlichen Rollstuhl

"Ich habe Verständnis für die, die Angst haben und nicht kommen. Aber ch denke, das Sicherheitskonzept ist gut. Und gerade zu solchen Zeiten sollte man rausgehen, sonst hätte der Terror gewonnen.", sagt Leopold (links im Bild)

Mutter und Tochter sind heute extra aus Rheinbach nach Bonn angereist und feiern hier heute zum ersten Mal auf Beethovens Bunter.

Sascha und Dani (von links) haben den Gummersbacher CSD dieses Jahr ins Leben gerufen. Heute wollen sie die Bonner Community zu dritt unterstützen.

Die Omas gegen Rechts aus Kall sind angereist: Als Unterstützung des Veranstalters "Rheinqueer e.V.".

Luisa und Judith sind gemeinsam auf dem CSD in Bonn. Angst haben sie keine.

Julia Blatt ist queer und engagiert sich ehrenamtlich in der Community. Dabei bietet sie queeren Menschen einen Raum für Gespräche.

Die Lebenshilfe Bonn verteilt Luftballons für mehr Sichtbarkeit für queere Menschen mit Behinderung.

Sebastian und Sarah besuchen immer den CSD in Bonn und Köln. Dieses Jahr sagen sie "Jetzt erst recht".

Michael Harings von "Rheinqueer e.V." freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD.

Auch in Ahaus war CSD - zum zweiten Mal in der Geschichte der Kleinstadt im Münsterland. Organisiert hat ihn der Verein "Queer in Ahaus".

In diesem Jahr kamen mehr Menschen als erwartet. Rund 450 statt der angemeldeten 350 Demonstrierenden gingen in Ahaus für queere Rechte auf die Straße.

In Redebeiträgen ging es immer wieder um den schrecklichen Anschlag beim CSD in Berlin - davon unterkriegen lassen will sich die queere Community aber nicht.

Auch hier mischen die Omas gegen Rechts mit: Sie sind extra aus der Nachbarstadt Gronau angereist und wollen für queere Rechte und gegen rechtes Gedankengut demonstrieren.

An vielen Ständen gibt es Infomaterial zur Aufklärung sowie jede Menge Pride-Fahnen.

Auch in Moers sind heute viele Menschen zum CSD gekommen.

Angekündigt beim CSD in Moers waren 150 Menschen - laut Polizei waren rund 450 Teilnehmer dabei.

Die Freundinnen Boudicca Airinger und Angel Reka sind in Moers beim CSD dabei, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.

Die bunte Demonstration startete am Nachmittag um 16 Uhr und endete am Bollwerk 107.

Marius-Felix-Aladini Femaro ist aus Essen zum CSD nach Moers gefahren. Er sagt: "Ich bin von dem Mut der Leute sehr begeistert. Und das ist jetzt hoffenlich auch ein Zeichen in die Welt: Jetzt erst recht!"

"Ich habe Verständnis für die, die Angst haben und nicht kommen. Aber ch denke, das Sicherheitskonzept ist gut. Und gerade zu solchen Zeiten sollte man rausgehen, sonst hätte der Terror gewonnen.", sagt Leopold (links im Bild)

Keine Angst in Bonn spürbar

Julia war schon besonders früh da, um in Ruhe an den Ständen zu stöbern und mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Für sie ist das nicht der erste CSD in Bonn, aber eine Woche nach Berlin ist er besonders:

Ich finde es sehr wichtig sich zu zeigen, wie man ist. Dass jeder Mensch gut ist, wie er ist mit seiner Sexualität. Deshalb war es mir ein großes Anliegen, heute hierher zu kommen. Julia Blatt

Julia ist selbst Teil der queeren Community. Mit zwei anderen organisiert sie Gesprächsangebote für queere Personen.

Eine Frau mit einem pinken T-Shirt und Brille steht auf einem Markplatz. Sie schaut lächelnd in die Kamera. Auf dem T-Shirt steht "Lieb doch, wen du willst".

Julia engagiert sich ehrenamtlich für queere Menschen.

Bildquelle: WDR / Paula Randerath

Auch Sebastian und Sarah berichten, dass sie jedes Jahr zum Kölner und zum Bonner CSD gehen. "Jetzt erst recht", ist ihr Motto. Angst haben sie keine. Sie freuen sich auf den gemeinsamen Tag mit der Community. Schnell noch ein Foto vor dem Beethovendenkmal, dann geht es vor die Bühne.

Veranstalter freuen sich auf den CSD

Michael Harings ist froh, dass es jetzt endlich los geht: "Ich freue mich auf die ganzen glücklichen Leute!". Mit dem Verein Rheinqueer organisiert er seit zehn Jahren den CSD "Beethovens Bunte".

Ein Mann mit einem schwarzen T-Shirt und einem Regenbogenherz darauf schaut lächelnd in die Kamera. Im Hintergrund stehen mehrere Pavillons auf einem Marktplatz.

Michael Harings von Rheinqueer e.V. freut sich auf die glücklichen Menschen beim CSD.

Bildquelle: WDR / Paula Randerath

Seine größte Sorge: "Das heute irgendwas unvorhergesehenes Wettertechnisches passiert. Oder dass die Technik kaputt geht, dass irgendein Ablauf irgendwo unterbrochen wird."

Die Demonstrationsroute hat Harings nach dem Anschlag in Berlin mit der Polizei und der Stadt noch einmal überarbeitet.

Bis zuletzt bleibt die Streckenführung geheim

Um 18 startete der Zug durch die Bonner Innenstadt - ausschließlich durch die Fußgängerzone. An allen Zufahrtspunkten sind Streifenwagen positioniert.

Die Polizei zieht eine positive Bilanz: Der Verlauf der Demo sei störungsfrei gewesen, bisher habe man keine Anzeigen aufnehmen müssen.

Auch der Veranstalter von Rheinqueer e.V. ist zufrieden: "Die Leute hatten Spaß. Das Konzept ist aufgegangen." Im letzten Jahr sind 3.500 Menschen zu Beethovens Bunter gekommen. Dieses Mal seien es 5.000 gewesen.

Nach der Demo feierten die Menschen noch auf dem Münsterplatz weiter. Das Bühnenprogramm geht noch bis 21 Uhr.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Rheinqueer e.V.
  • Polizei Bonn
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 01.08.2026, 18:45 Uhr

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