Ärger um Konzerte in Bonn: 20.000 Euro Strafe für acht Minuten Musik

Lokalzeit aus Bonn 14.08.2025 02:40 Min. Verfügbar bis 14.08.2027 WDR Von Sebastian Tittelbach

Ärger um Konzerte in Bonn: 20.000 Euro Strafe für acht Minuten Musik

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Weil die US-Rockband Lynyrd Skynyrd bei ihrem Auftritt überzogen hat, soll der Veranstalter nun eine hohe Strafe zahlen.

Von Sebastian Tittelbach

Der Auftritt der Rockband Lynyrd Skynyrd in der Bonner Rheinaue hat für Veranstalter Martin J. Nötzel ein teures Nachspiel. Zu seinen Kunstrasen-Konzerten kommen jedes Jahr zehntausende Besucher. Die Bonner Stadtverwaltung hat jetzt gegen ihn ein Zwangsgeld von 20.000 Euro verhängt, das er bis Mitte September bezahlen soll.

Gutachten: Acht Minuten zu lang, ein Dezibel zu laut

Beim Auftritt von Lynyrd Skynyrd Konzert Anfang Juli hatte laut Stadt ein Gutachter wie vorgeschrieben die Einhaltung der Grenzwerte überwacht. Der stellte dabei fest, dass das Konzert acht Minuten zu lang gewesen und an einem von vier Messpunkten der Grenzwert um ein Dezibel überschritten worden sei. 

Schallschutzwände auf dem Konzertgelände v on Kunst!Rasen

Meterhohe Schallschutzwände schirmen das Konzertgelände ab.

Veranstalter Nötzel hält das Zwangsgeld für unbegründet, ein Dezibel sei für das menschliche Gehör gar nicht wahrnehmbar, außerdem liege das Messergebnis innerhalb zulässiger Toleranzen.

Anwohner klagen gegen Konzerte

Großveranstaltungen und Lärm sind in Bonn immer wieder ein Thema, das auch Gerichte beschäftigt. Mehrere Anwohner der Rheinaue achten sehr genau darauf, dass alle Vorschriften beim Lärmschutz eingehalten werden.

2016 hatte das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Baugenehmigung für die Kunstrasen-Konzerte abgewiesen. 2023 gaben die Richter hingegen den Anwohnern recht und stellten Mängel bei den Genehmigungen fest.

Stadtverwaltung sieht keinen Spielraum

Im aktuellen Fall sieht die Stadtverwaltung keinen Ermessensspielraum. Die Höhe des Zwangsgeldes von 20.000 Euro solle verhindern, dass Veranstalter erneut gegen Auflagen verstoßen.

Martin J. Nötzel hat inzwischen eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. So wie es derzeit aussieht, werden die Konzerte in der Bonner Rheinaue voraussichtlich wieder die Gerichte beschäftigen.

 Unsere Quellen:

  • Stadtverwaltung Bonn
  • Kunstrasen GmbH
  • WDR-Reporter vor Ort 

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