15 Wochen kam Baby Lenn zu früh, seine Eltern sind fast rund um die Uhr bei ihm
Bildquelle: WDR / Jenny Weißenfels28.08.2026. 2 Min. 30 Sek.. Verfügbar bis 01.09.2028. Lokalzeit aus Köln.
Weniger Stress für Eltern und Babys : Neue Kinderintensivstation in Leverkusen
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Nach fünf Jahren Grundsanierung ist die Kinderintensivstation am Klinikum Leverkusen neu strukturiert. Neue Technik, kürzere Wege und eine ruhigere Umgebung sollen vor allem eines schaffen: weniger Stress für kranke Babys und ihre Eltern.
Ein Piepen kann auf einer Kinderintensivstation lebenswichtig sein. Gleichzeitig können die vielen Monitorgeräusche für Eltern und kleine Patienten enorm belastend sein. Auf der neu gestalteten Station am Klinikum Leverkusen soll deshalb möglichst nur noch das zu hören sein, was wirklich wichtig ist.
"Wir wollen dafür sorgen, dass Patienten und Eltern nicht durch solche Piepgeräusche gestresst und traumatisiert werden." Thilo Mohns, Leiter der Neonatologie
Sudien zeigten, dass bestimmte Geräusche aus der Zeit auf einer Intensivstation Menschen sogar Jahre später noch triggern können, so Mohns.
Für Greta Funccius ist eine ruhige Umgebung deshalb besonders wichtig. Ihr Sohn Lenn wurde vor Kurzem im Klinikum Leverkusen geboren - 15 Wochen zu früh, 800 Gramm Geburtsgewicht. Seitdem liegt er auf der Kinderintensivstation. Für Greta und ihren Mann Kevin ist die Situation sehr belastend. Gleichzeitig fühlen sie sich vom Personal liebevoll betreut und aufgefangen.
Und sie schätzen, dass es auf der Station vergleichsweise ruhig ist. "Man bekommt vom Gewusel auf dem Gang im Zimmer nichts mit", sagt Greta. Für die Eltern bedeutet das: Sie können bei ihrem Sohn sein, ohne ständig von den Geräuschen und der Unruhe außerhalb des Zimmers abgelenkt zu werden.
Medizinisches Material kommt von außen
Die Schränke mit medizinischem Equipment lassen sich vom Flur aus öffnen
Bildquelle: WDR / Jenny WeißenfelsAuch bei den alltäglichen Abläufen soll mehr Ruhe einkehren. Ein Beispiel sind die Schränke für medizinisches Equipment: Sie können von außen mit Material bestückt werden. Das Pflegepersonal muss dafür nicht jedes Mal das Patientenzimmer betreten.
Gerade für Eltern von Frühgeborenen oder schwer kranken Neugeborenen kann das einen Unterschied machen. Viele befinden sich während des Aufenthalts ihres Kindes in einer emotionalen Extremsituation. Weniger Unterbrechungen und weniger unnötige Reize sollen ihnen helfen, zur Ruhe zu kommen.
"Wir haben lange darauf gewartet"
Auch für das Team ist die neue Station ein großer Schritt. "Wir haben lange auf den Umzug auf die neue Station gewartet", sagt Lena Nageler, pflegerische Leiterin. Entsprechend groß sei die Freude im Team, dass die neuen Räumlichkeiten jetzt bezogen werden konnten.
Bis zu 15 Frühgeborene, Neugeborene und Kinder können auf der neu strukturierten Station gleichzeitig behandelt werden.
Fünf Jahre Sanierung nach dem Hochwasser
Hinter dem Neustart liegen fünf Jahre Grundsanierung. Beim Jahrhunderthochwasser im Juli 2021 war wichtige Infrastruktur der Station zerstört worden. Die Gelegenheit wurde genutzt, die Bereiche umfassend zu erneuern und neu zu organisieren.
Ein wichtiger Vorteil: Der Kreißsaal liegt jetzt wieder direkt neben der Kinderintensivstation. Während der Übergangslösung waren die Wege länger - sowohl für die kleinen Patienten als auch für das Personal.
Mehr Komfort für Mütter und Babys
Ein modernisiertes Zimmer auf der Station D2
Bildquelle: WDR / Jenny WeißenfelsIm Zuge der Grundsanierung wurde auch die benachbarte Wochenbettstation D2 modernisiert. Die Zimmer wurden wohnlicher gestaltet, mit dimmbarem Licht, Sitz- und Stillecken und neuen Badezimmern.
Spezialversorgung für Frühchen
Das Klinikum Leverkusen ist als Level-1-Perinatalzentrum auf die Versorgung von besonders kleinen und kranken Neugeborenen sowie Frühgeborenen spezialisiert. Die neue Struktur soll diese Versorgung nun räumlich und technisch besser unterstützen.
Auch mit Blick auf die Region ist das relevant: Erst kürzlich wurde die Geburtshilfe in Köln-Kalk geschlossen. Für Familien aus dem Leverkusener Umland gewinnt die spezialisierte Versorgung rund um Geburt und Frühgeborene damit zusätzlich an Bedeutung.
Unsere Quellen:
- Thilo Mohns, Leiter Neontalogie Klinikum Leverkusen
- David Posor, Pressesprecher Klinikum Leverkusen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 28.08.2026, 19:30 Uhr