Lotta Westdorf schaut in die Kamera. Vor ihr ein Stein

Lotta Westdorf hat den Stein ins Haus der Geschichte gebracht

Bildquelle: WDR / Maike Krebber

Hitze und Trockenheit Bonner Haus der Geschichte mit neuem Hungerstein

Stand:

Das Museum bekommt ein neues Exponat. Der sogenannte Hungerstein war durch das Niedrigwasser im Rhein entdeckt worden.

An verschiedenen Stellen im Rhein kann man derzeit Hungersteine entdecken, die aus dem Wasser ragen. Die Steine kommen immer nur bei Niedrigwasser hervor und erinnern an Dürrezeiten. Lotta Westdorf vom Haus der Geschichte hat ein 50 Kilo schweres Exemplar aus dem Rhein bei Leverkusen ins Museum geholt.


"Auf den ersten Blick wirkt zumindest der Stein, den wir hier haben, relativ unscheinbar, und erst wenn man genauer hinschaut, erkennt man diese Einritzungen, diese Initialen, diese Jahreszahlen, die dann eben auf eine Geschichte hinweisen."
Lotta Westdorf, Haus der Geschichte

Auf dem Stein sind die Jahreszahlen 1973 und 2026 sowie die Initialen E&H eingeritzt. Er wurde also wahrscheinlich bereits bei einem Niedrigwassser 1973 markiert. Mehr ist über diesen Hungerstein nicht bekannt, denn die Steine werden meist von Privatleuten anonym in den Rhein gelegt.

Das Bild zeigt ein Exemplar eines Hungerfelsens

Auf dem Hungerstein sind mehrere Markierungen eingeritzt

Bildquelle: WDR / Maike Krebber

Westdorf hat den Stein händisch mit einem Kollegen aus dem Flussbett getragen, was eine rutschige Angelegenheit war.

Stein soll im Museum Trockenheit und Dürre symbolisieren

Ob der Stein mitgenommen werden durfte, entschied das Wasserfahrtsamt des Bundes, erzählt sie. Sie erhielt extra eine Genehmigung von der Behörde.

Der Stein wird Teil der Daueraustellung, in dem die Gegenwart thematisiert wird. Darin werden die Themen behandelt, die die Menschen aktuell beschäftigen. In diesem Sommer seien das Trockenheit und Dürre - die der Hungerstein gut symbolisiert, sagt Ausstellungsdirektor Thorsten Smidt. Er freut sich, dass der Stein so schnell seinen Weg in das Bonner Museum gefunden hat, quasi "vom Fluss ins Museum".

Wie lange der Stein in der Ausstellung zu sehen sein wird, ist noch nicht klar. Danach soll er aber ins Depot kommen als Teil der Sammlung des Museums.

das Bild yeigt einen Abschnitt vom Rhein. In der Mitte ein Hungerfelsen auf den mehrere Moewen sitzen.

Ein Hungerfelsen im Rhein bei Remagen-Kripp

Bildquelle: WDR / Maike Krebber

Auch an anderen Stellen, etwa in Remagen, kann man aktuell Hungersteine sehen. Mit steigenden Pegeln verschwinden zur Zeit viele aber auch wieder im Wasser.

Hungerstein aus Leverkusen im Haus der Geschichte

WDR 25.08.2026 35 Sek. Verfügbar bis 24.08.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Haus der Geschichte Bonn
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Lotta Westdorf
  • WDR-Gespräch mit Thorsten Smidt

Sendung: WDR.de, Hungerstein aus Leverkusen im Haus der Geschichte, 25.08.2026, 17:36 Uhr

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