Prozess in Düsseldorf: Mietwagen für Automatensprenger?
00:27 Min.. Verfügbar bis 24.07.2027.
Prozess um Mietwagen für Automatensprenger - Geständnis abgelegt
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Ein Mietwagen-Service der besonderen Art beschäftigt seit Donnerstag das Landgericht Düsseldorf. Angeklagt sind ein Vater und sein Sohn aus Gronau im westlichen Münsterland. Sie sollen vor vier Jahren über Social-Media-Kanäle wie Snapchat und Instagram einen 600-PS-starken AMG-Mercedes gezielt an Geldautomatensprenger vermietet haben. Jetzt haben sie ein Geständnis abgelegt.
Im Prozess um einen Mietwagen-Service für Geldautomatensprenger haben die angeklagten Autovermieter vor dem Landgericht Düsseldorf gestanden. Zuvor hatte es eine nichtöffentliche Verständigung zwischen allen Prozessbeteiligten gegeben. Darin wurden den beiden Niederländern aus Gronau im Gegenzug für Geständnisse Bewährungs- und Jugendstrafen zugesagt.
Der angeklagte Vater „kann bei einem verwertbaren Geständnis mit einer Strafe zwischen 18 und 24 Monaten rechnen, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann“, gab der vorsitzende Richter bekannt. Der mitangeklagte 23-jährige Sohn, der zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt und damit Heranwachsender war, „kann mit einer Bestrafung nach dem Jugendstrafrecht rechnen.“
Die vergleichsweise milden Strafen, begründete Staatsanwalt Fabian Pollex auch damit, „dass die beiden schon im Ermittlungsverfahren teilweise geständig waren und teilweise Aufklärungshilfe geleistet hatten.“
Vater und Sohn ließen sich auf „die Anklagevorwürfe vollumfänglich ein.“
Demnach hatten die beiden Männer 2021 einen 600-PS-starken AMG-Mercedes auf Pump gekauft und für mindestens 500 Euro am Tag vermietet. Und auch „irgendwann gewusst“, dass der Wagen von Automatensprengern als Tat- und Fluchtfahrzeug genutzt wurde.
Beihilfe zu Sprengungen
Den beiden 46 und 23 Jahre alten Niederländern wird Beihilfe zu 15 vollendeten und fünf versuchten Sprengungen von Geldautomaten in NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Luxemburg vorgeworfen. Zu den Tatorten gehörten vor vier Jahren auch Meerbusch-Osterath, Viersen, Dormagen und Gelsenkirchen.
Insgesamt sollen die Geldautomatensprenger in der Zeit zwischen Mai und November 2021 knapp 880.000 Euro Bargeld erbeutet und Schäden an Gebäuden und Inventar in Höhe von über 1,7 Millionen Euro verursacht haben.
28.000 Euro Fahrzeugmiete kassiert
Vater und Sohn kassierten laut Anklage für den Verleih ihres über 300 Stundenkilometer schnellen "Mercedes E 63 S" 28.000 Euro an Fahrzeugmiete.
Der Wagen wurde meist wochenweise vermietet, die Modalitäten mit den Kunden per Whatsapp geklärt.
Die beiden Niederländer, die aus der Gegend um Enschede stammen, waren vor vier Jahren ins Visier der Polizei geraten. Einfach deshalb, weil der hochmotorisierte Mercedes auffällig häufig in der Nähe von Geldautomatensprengungen auftauchte. Vater und Sohn wurden überwacht und ihre Telefone abgehört.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Staatsanwaltschaft Düsseldorf