Mit Sturmhaube und Skibrille maskiert betritt ein 61-jähriger Mann Anfang April den Verwaltungstrakt eines großen Möbelhauses in Frechen bei Köln. Sein Ziel ist das Büro eines Mitarbeiters, dem er laut Staatsanwaltschaft einen Zettel vorhält.
Der jetzt Angeklagte richtet eine Waffe auf den Mitarbeiter. Dass es sich dabei nicht um eine scharfe Waffe, sondern um eine Softairpistole handelt, kann der Mitarbeiter nicht erkennen. Die Pistole ist von einer scharfen Waffe auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden. Während des Überfalls lief der Verkauf im Möbelhaus ungehindert weiter.
"Tresor open, Money, no police..."
Um nicht erkannt zu werden, soll der Mann während der Tat kein Wort gesagt haben. Dafür ist die Botschaft auf dem Zettel unmissverständlich. Laut Anklage stand darauf geschrieben: "Tresor Open, Money, No Police, Dawey". Mit dem Wort "Dawey" ist vermutlich der russische Ausdruck für "Los" gemeint.
In der Anklage der Kölner Staatsanwaltschaft steht, dass der 61-Jährige auch eine Mitarbeiterin in seine Tat verwickelt und sie aufgefordert haben soll, einen Tresor zu öffnen.
Staatsanwaltschaft: "akute Geldsorgen"
Letztendlich soll der Mann 40.000 Euro erbeutet haben. Bei einer späteren Durchsuchung seiner Wohnung soll der Mann nur noch 14.000 Euro besessen haben. Außerdem fand die Polizei in der Wohnung eine Softairpistole.
Der Mann ist wegen schwerer räuberischer Erpressung angeklagt. Das Motiv der Tat soll "ein akutes Geldproblem" gewesen sein, sagt die Kölner Staatsanwaltschaft. Heute beginnt der Prozess gegen ihn am Kölner Landgericht. Es sind vier Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte Ende September gesprochen werden.
Unsere Quelle:
- Staatsanwaltschaft Köln
Sendung: WDR.de, Prozess in Köln: Mann raubt eigene Möbelfirma aus, 15.09.2026, 5:03 Uhr