Der Münzschatz von Wesseling | WDR aktuell
Bildquelle: WDR / Max SchlösserWDR. 46 Sek.. Verfügbar bis 22.09.2028.
Der Traum eines jeden Schatzsuchers ist es doch, mal wirklich einen Schatz zu finden. Genau das ist einem Mann in der Nähe von Wesseling passiert. Oliver Riedl war mit einem Metalldetektor unterwegs, als er auf die Münzen stieß. 15 Münzen fand er und vermutete, dass dort noch mehr liegen könnten. Also informierte er den Landschaftsverband Rheinland.
934 Römische Münzen und über drei Kilo Silber
Vertreter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland haben die Münzen daraufhin vollständig ausgegraben und gesichert. Auch dank des Finders, der offenbar alles richtig gemacht hatte.
Ein Teil der 934 gefundenen römischen Münzen
Bildquelle: WDRDie Münzen waren quer über einen Acker verteilt. Zuvor befanden sie sich in einem Gefäß, das durch landwirtschaftliche Arbeiten beschädigt worden war. Wie und warum die Münzen auf dem Feld vergraben wurden, ist nicht klar. Nach LVR-Angaben sind insgesamt 934 Römische Denar, eine antike Währung, gefunden worden. Sie bestehen aus insgesamt 3,1 Kilo Silber.
Was ist ein archäologischer Depotfund?
Sogenannte Depotfunde sind laut dem LVR einzelne oder mehrere vergrabene oder versenkte Objekte, die im Gegensatz zu anderen archäologischen Fundstücken keine Beigabe eines Grabs waren und keine Überreste einer Siedlung sind.
Größter Depotfund Deutschlands aus der Zeit Kaiser Hadrians
Die älteste Münze stammt aus dem Jahr 148 v. Chr., die jüngste aus 124/25 n. Chr. Daraus schloss das LVR-Team, dass die Münzen zur Zeit des römischen Kaisers Hadrian vergraben wurden.
"Das ist der größte Schatzfund aus der Zeit Kaiser Hadrians in Deutschland. Wir haben natürlich Schatzfunde schon mal öfter, aber es ist schon selten, dass so viele Münzen auf einen Haufen vergraben werden." Rahel Otte, Wissenschaftliche Referentin (LVR)
Hadrian wurde im Jahr 76 n. Chr. geboren und war ab 117 n. Chr. römischer Kaiser. Er regierte bis zu seinem Tod 138 n. Chr. Laut einem LVR-Sprecher hat Hadrian unter anderem Kriege gegen jüdische Menschen geführt.
Was passiert jetzt mit den Münzen?
Die Münzen sind gut erhalten und werden weiter untersucht und restauriert. Zum Beispiel, aus welchen Jahren besonders viele davon stammen oder wie hoch genau der Silbergehalt der einzelnen Münzen ist, so LVR-Pressesprecher Erich Claßen.
Ab März 2027 kommen die Münzen dann in die Dauerausstellung des LVR-Museums in Bonn.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Pressesprechern und Referenten des LVR
- Pressemeldung Landschaftsverband Rheinland
Sendung: WDR.de, Großer Münzschatz bei Wesseling gefunden, 22.09.2026, 9.45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 22.09.2026, 12.45 Uhr