Durchsuchung in der JVA Siegburg nach Verdacht auf möglichen Aufstand

WDR 02:12 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

Großeinsatz in JVA Siegburg Haben Inhaftierte einen Aufstand geplant?

Stand:

Nach Hinweisen auf einen geplanten gewaltsamen Aufstand von Inhaftierten hat es in der Justizvollzugsanstalt Siegburg einen Großeinsatz der Polizei gegeben.

Ausgelöst wurde der Großeinsatz am Dienstagabend durch die Aussage eines Inhaftierten. Beteiligt waren rund 100 Einsatzkräfte. Auch am Mittwoch läuft der Polizeieinsatz weiter. Die Lage sei aber unter Kontrolle, teilte das nordrhein-westfälische Justizministerium mit.

Konkrete Hinweise eines Häftlings

Der Gefangene habe "verschiedene konkrete Umstände benannt", die dazu führten, dass der Einsatz eingeleitet wurde.

"Wir bekommen regelmäßig Hinweise von Gefangenen, wir müssen in jedem Einzelfall sorgsam abwägen und in diesem Fall ist das eben auch passiert." Lukas Kockmann, Pressesprecher NRW-Justizministerium

Polizei und Anstaltsleitung durchsuchten JVA Siegburg

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Die JVA Siegburg von Innen

Im Anschluss wurden die einzelnen Zellentrakte durchsucht. Dabei wurden vier Handys und geringe Mengen an Drogen gefunden, bestätigt Kockmann. Verletzte habe es nicht gegeben, heißt es weiter. Im Gefängnis in Siegburg sind aktuell über 450 Menschen untergebracht.

Am Mittwoch sind mehrere Daten- und Drogenspürhunde in der JVA im Einsatz.

Messer und Schusswaffe in JVA bestellt?

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet, dass mehrere Messer in die JVA bestellt worden sein könnten, einige seien angeblich auch schon geliefert worden. Für die kommende Woche sei demnach sogar die Lieferung einer Schusswaffe erwartet worden.

Außerdem soll es am Mittwoch am Gefängnis einen Konflikt zwischen der Anstaltsleitung und der Polizei gegeben habe. Laut Stadtanzeiger soll es dabei um die Schusswaffen der Polizisten gegangen sein. Die JVA-Leitung habe verlangt, dass die Beamten ohne Schusswaffen in die Zellentrakte gehen. Das soll die Polizei aber aus Eigenschutz abgelehnt haben. Nach Absprache mit einem Mitarbeiter des Justizministeriums sei dann wohl die Entscheidung gefallen, dass die Polizisten die JVA bewaffnet durchsuchen.

Das NRW-Justizministerium äußerte sich auf WDR-Anfrage am Mittwochabend nicht zu dieser Berichterstattung. Stattdessen verwies der Sprecher Lukas Kockmann auf eine Pressekonferenz von Justizminister Limbach am Donnerstagvormittag an der JVA Siegburg, auf der es weitere Informationen geben werde.

Sondersitzung des Rechtsausschusses am Donnerstag

Mehrere Polizeieinsatzkräfte stehen vor der JVA in Siegburg.

Die Polizei war in der JVA in Siegburg im Einsatz.

NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen) hat am Mittwoch seinen Urlaub in Frankreich abgebrochen. "Die Androhung bewaffneter Gewalt in unseren Justizvollzugsanstalten ist eine absolute rote Linie", sagte er. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würden die Drahtzieher die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. SPD und FDP haben für Donnerstagmittag eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt. Vorher wird der Justizminister die JVA in Siegburg besuchen.

Großeinsatz in JVA Siegburg: Verdacht auf Aufstand

WDR 22.07.2026 01:54 Min. Verfügbar bis 22.07.2028 WDR Online

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Unsere Quelle:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Sprecher NRW-Justizministerium
  • WDR-Gespräch mit Lukas Kockmann, Pressesprecher NRW-Justizministerium
  • Kölner Stadt-Anzeiger

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 22.07.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2, Der Tag um sechs, 22.07.2026, 18:00 Uhr

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