Tote Enten und Gänse in Marler Teich
WDR. 02:37 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028. Von Kristin Trüb.
"Es ist einfach schrecklich" berichtet Rebekka König. Sie wohnt in der Nähe vom Loemühle-Teich. Mit ihrem Hund geht sie hier regelmäßig spazieren.
Seitdem reihenweise Enten und Gänse sterben, hilft sie mit, die Tiere aus dem Teich zu holen. Mit ihrem Stand-Up-Paddelboard ist sie dann im Einsatz. "Wenn man dann mit der Aktion fertig ist, dann kullern auch schonmal die Tränen."
Rebekka König kontrolliert den Teich.
Täglich neue tote Wasservögel am Loemühle-Teich
Britta Müller vom NABU koordiniert das Team der Freiwilligen und macht jeden Tag einen Kontrollgang am Teich in Marl. Anfang Juli wurde hier die erste tote Ente gefunden. Dann wurden es immer mehr.
Britta Müller, NABU und Interessengemeinschaft Kanadagänse
Die Wasservögel hatten Lähmungserscheinungen, konnten ihre Beine und Flügel nicht mehr bewegen, berichtet Müller.
"Schlussendlich können die auch den Hals nicht mehr bewegen. Dann fällt der Kopf ins Wasser und sie ertrinken. Das ist kein schöner Tod." Britta Müller
Ursache, warum so viele Enten und Gänse sterben, unklar
Die Ursache, warum die Enten und Gänse sterben, ist bisher unklar. Die Stadt Marl hat Untersuchungen eingeleitet. "Es sind weder Seuchen noch Infektionen feststellbar" erklärt Dezernentin Andrea Baudek. Es gäbe Hinweise auf ein Bakterium. Sicher könnten es die Experten bisher nicht sagen.
Andrea Baudek, Technische Dezernentin Stadt Marl
Für Britta Müller deuten alle Symptome auf Botulismus. Eine Vergiftung durch Bakterien. Die Gifte entstehen in Gewässern bei warmen Temperaturen und wenig Sauerstoff. Vor allem im Schlamm, in dem Enten nach Nahrung suchen, in dem sie ihren Kopf unter Wasser tauchen.
Gerettete Enten bekommen zweite Chance
Enten, die noch leben, päppelt Britta Müller wieder bei ihren Eltern im Garten auf. Für die Tierschützerin lohnt sich der ganze Aufwand, den sie in ihrer Freizeit betreibt, wenn sie sieht, wie es den Enten nach einer Woche wieder besser geht.
Stadt setzt auf Sofortmaßnahmen am Teich
Bis geklärt ist, warum hier so viele Wasservögel sterben, ist das Gelände um den See abgesperrt. Eine von mehreren Maßnahmen der Stadt. Außerdem wird Tag und Nacht Sauerstoff ins Wasser gepumpt.
Unsere Quellen:
- Britta Müller vom NABU
- Rebekka König, Freiwillige Helferin
- Andrea Baudek, Technische Dezernentin, Stadt Marl
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 22.07.2026, 17:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 22.07.2026, 19:30 Uhr
