Zuletzt hatte der Angeklagte in einem Bochumer Fußballverein Kinder trainiert. Es gab offenbar kein auffälliges Verhalten, das bemerkt worden war. Sein Strafverteidiger Stephan Schultz gibt im Vorfeld des Prozesses Auskunft.
Stephan Schultz, Strafverteidiger im Prozess gegen einen Jugendfußballtrainer aus Bochum
Angezeigt wurde der Bochumer von Eltern eines Kindes außerhalb des Vereins, "weil er das Kind aufgefordert hat, ihn oberhalb des Gürtels zu berühren", so Schultz. Die Hälfte aller ihm vorgeworfenen 39 Straftaten soll der Bochumer laut Anwalt begangen haben, als er selbst noch minderjährig war. Es geht um sexualisierte Gewalt - teilweise schwer - zwischen 2013 und 2025.
Bochumer Jugendtrainer vor Gericht: Rund 40 Fälle sexualisierter Gewalt
Das Landgericht Bochum hatte bereits Anfang Juni von rund 40 Fällen sexualisierter Gewalt gesprochen. Wie viele davon er im Rahmen seiner Tätigkeit als Trainer begangen haben soll, wird der Prozess zeigen. Dass der Mann ein umfassendes Geständnis abgelegt haben soll, so die Information des Anwalts, kommentierte das Landgericht nicht.
Fußballverein aus Bochum hatte Eltern sofort informiert
Laut Landgericht sollen sexualisierte Gewaltdarstellungen mit Kindern bei ihm sichergestellt worden sein. "Die Fotos wurden aber nicht in der Absicht gemacht, sie als kinderpornografisches Material zu verbreiten", so sein Anwalt.
Der Bochumer Fußballverein hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe den Trainer sofort entlassen, Eltern umfassend informiert und sein Schutzkonzept erweitert. Gerichtstermine sind bis Ende September angesetzt.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit der Sprecherin des Langerichts Bochum
- Gespräch mit dem Strafverteidiger Stephan Schultz
Sendung: WDR.de, Prozess gegen Jugenfußballtrainer, 15.07.2026, 5:02 Uhr
