Vorwürfe gegen Rettungsdienst Falck im Duisburger Stadtrat

WDR 02:37 Min. Verfügbar bis 02.07.2028

Konflikt eskaliert Stadt erwägt juristische Schritte gegen Falck

Stand:

Parallel zur Ratssitzung in Duisburg kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem privaten Rettungsdienst.

Ein großes Thema schwebte an diesem Donnerstag über der Ratssitzung in der Duisburger Mercatorhalle: Die WDR-Recherchen zum privaten Rettungsdienst Falck und die Vorwürfe gegen einige seiner Mitarbeiter auf Wache 3 in Duisburg. Parallel zum Sitzungsbeginn kommt es zu einen schweren Konflikt zwischen Stadt und dem Unternehmen Falck.

Brisante Mitteilung an Fraktionsvorsitzende

Falck erklärt in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden: Das Unternehmen arbeite intensiv an der Aufklärung, auch mit Hilfe einer Anwaltskanzlei. Es habe bereits personelle Konsequenzen gegeben. Auch habe das Unternehmen Strafanzeige erstattet. Dann schießt das Unternehmen scharf gegen die Stadt:

"Falck bedauert ausdrücklich, dass die Kommunikation von Seiten der Stadt Duisburg seit gut 14 Tagen eingestellt worden ist." Falck

Es habe mehrere ergebnislose Versuche des Unternehmens gegeben, "den professionellen Dialog erneut aufzubauen". Außerdem wirft Falck der Stadt vor, angeforderte Informationen, wie zum Beispiel Einsatzprotokolle, nicht bekommen zu haben.

Stadt behält sich rechtliche Schritte vor

Auf WDR-Anfrage schickt die Stadt kurz darauf eine Stellungnahme und weißt die Vorwürfe entschieden zurück.

"Einmal mehr entsteht bei uns der Eindruck, dass von Seiten des Unternehmens wenig Energie in die Aufklärung der dort seit dem vergangenen Jahr bekannten Vorwürfe investiert wird, sondern stattdessen Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, nämlich Medienschelte und Diskreditierung des eigenen Auftraggebers." Stadt Duisburg

Die erhobenen Vorwürfe entsprächen "nachweislich nicht der Realität", heißt es dazu weiter. Sollte Falck diese aufrechterhalten, behält sich die Stadt juristische Schritte vor.

Vorwürfe gegen Rettungsdienst Thema im Rat

Drei Menschen schauen in die Kamera, ein Mann mit kurzen Haaren rechts, eine Frau mit schwarzen Haaren in der Mitte und ein Mann mit Brille rechts

Die Fraktionen gingen mit Erwartungen in die Ratssitzung

Die Grünen hatten kurz vor der Ratssitzung noch eine Anfrage zu den Vorwürfen gegen einige Mitarbeiter des Rettungsdienstes auf die Tagesordnung gebracht. Sie fordern Antworten zum Fall.

"Wichtig ist uns eine zeitnahe Aufklärung und Transparenz zu schaffen. Wo bewegen wir uns gerade? Wie ist der Austausch? Wir wünschen uns so eine schnelle Aufklärung der Sachverhalte." Pelin Osman, Stadtrat Duisburg (Grüne)

Die Grünen wollen in ihrer Anfrage auch wissen, wie teuer es für die Stadt wäre, dem privaten Rettungsdienst Falck zu kündigen. Die SPD plädiert bereits für ein Ende der Zusammenarbeit. "Die Vertrauensbasis ist mächtig gestört", sagt Bruno Sagurna, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat.

Ratsmitglieder unzufrieden mit Aufarbeitung

Auch die CDU ist unzufrieden mit der Aufklärungsarbeit, die Falck leistet: "Mit den Informationen, die Falck bislang gegeben hat, sind wir gar nicht zufrieden", sagt Peter Ibe von der CDU-Fraktion.

Untersuchung soll in etwa zwei Wochen vorliegen

Falck kündigt in dem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden an, in den nächsten 14 Tagen die Ergebnisse der Compliance-Untersuchung vorzustellen.

Unsere Quellen:

  • Stellungnahme Falck
  • Stellungnahme Stadt Duisburg
  • Gespräche mit Politikern des Stadtrats

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 02.07.2026, 19:30 Uhr

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