Strom und Wärme aus Abwasser - Duisburgs neue Anlage
Bildquelle: WDR/Petra VennebuschLokalzeit aus Duisburg . 17.06.2025. 2 Min. 40 Sek.. Verfügbar bis 17.06.2027. WDR. Von Petra Vennebusch.
Strom und Wärme aus Abwasser - Duisburgs neue Anlage
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Die Duisburger Stadtwerke produzieren Strom und Wärme jetzt aus Abwässern. Die neue Anlage steht an der Kläranlage Huckingen und ist laut Betreiber die größte dieser Art in Deutschland. Damit können über 1000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden.
Es ist laut und warm im Raum, die Wärmetauscher und Pumpen sind gerade in Betrieb gegangen. Davor stehen geladene Gäste mit Kopfhörern und lauschen dem Vortrag des Anlagenbauers. Draußen schimmert geklärtes Abwasser 20 Grad warm in der Sonne. Aber schon 10 Grad reichen hier um damit die Hütte zu heizen. "Wo ansonsten Fernwärme nur kleinteilig stattfindet, speisen wir ins Fernwärmenetz für Duisburg und seine 500.000 Einwohnern ein, das ist schon einzigartig," sagt Andreas Gutschek, Vorstand bei den Stadtwerken, nicht ohne Stolz.
Wärme aus dem Wasser gezogen
Vor drei Jahren haben Stadtwerke und Wirtschaftsbetriebe Duisburg die Anlage geplant, 27 Millionen Euro investiert, plus Förderung nach dem KWK-Gesetz. Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist sie jetzt am Netz. Und so funktioniert es: Wärmetauscher ziehen fünf Grad Wärme aus dem Wasser heraus. Über Pumpen werden daraus bis zu 85 Grad und die werden dann in das Fernwärmenetz eingespeist – CO2-frei und damit klimaschonend.
"Großer Schritt zur Heizungswende"
Für Duisburg ist das ein wichtiger Schritt zur Heizungswende. Bis 2035 will die Stadt Fernwärme dann nur noch klimaneutral erzeugen. "Erdwärme, Wärmenutzung aus dem Rhein oder aus dem See – es sind viele Schritte notwendig um das Ziel der Dekarbonisierung der Fernwärme zu erreichen", so Andreas Gutschke.
Positiver Effekt für den Rhein
Und noch einen positiven Effekt gibt es: Das genutzte Wasser wird um einige Grad kühler zurück in den Wasserkreislauf gebracht. Über den Angerbach fließt es in den Rhein. "Wenn wir die Temperatur im Rhein gerade im Sommer durch unseren Zulauf noch um 5 bis 6 Grad senken können, hilft das der Natur," freut sich auch Uwe Linsen über die neue Anlage. Er ist im Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg.
Künftig günstigere Fernwärme
Was gut für die Umwelt ist, soll sich auch im Portemonnaie bemerkbar machen. Denn die Fernwärme könnte durch solche Anlagen künftig günstiger werden, so die Stadtwerke. Für die kommunale Wärmeplanung wollen Stadtwerke und Wirtschaftsbetriebe ihre Köpfe deshalb auch weiter zusammenstecken. "Spaß macht es, wenn es am Ende erfolgreich ist, wir sind natürlich nicht am Ende des Ziels, sondern am Anfang", wirft der Vorstand der Stadtwerke schon einen Blick in die Zukunft. Schließlich gibt es ja noch zwei weitere Kläranlagen in Duisburg, also noch jede Menge Potenzial für klimaschonende Wärme und Strom.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Stadtwerke Duisburg
- Wirtschaftsbetriebe Duisburg