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Gehaltsaffäre im Duisburger DVV-Konzern Arbeitsgericht hebt Kündigung einer Führungskraft auf

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Einer Führungskraft im städtischen Duisburger DVV-Konzern ("Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH") ist zu Unrecht gekündigt worden. Das hat das Arbeitsgericht Duisburg entschieden. Dem Mann war vorgeworfen worden, er habe im Auftrag von Vorstandsmitgliedern brisante Unterlagen vernichten wollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Michael Jung

Mit dem Vorwurf der Beihilfe zur Urkundenvernichtung bzw. -unterdrückung war dem Mann im Frühjahr die Kündigung ausgesprochen worden. Doch die Kammer des Arbeitsgerichts sah diesen Vorwurf als nicht bewiesen an und erklärte die Kündigung für unwirksam. Das Urteil fiel bereits im August. Zunächst hatte die WAZ darüber berichtet.

DVV-Konzern prüft mögliche Rechtsmittel

"Wir prüfen derzeit die Urteilsbegründung", sagte DVV-Sprecher Felix zur Nieden jetzt dem WDR. Erst anschließend werde entschieden, ob gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt würden.

Der DVV-Konzern ist die Dachgesellschaft von mehr als 30 städtischen Unternehmen. Dazu gehören die Stadtwerke, die Duisburger Verkehrsgesellschaft und der Dienstleister OCTEO, der technische und Sicherheitsaufgaben übernimmt. Er betreibt auch die Marina im Duisburger Innenhafen.

Anonymer Tipp brachte Affäre ans Licht

Im Januar war bekannt geworden, dass ein anonymer Tippgeber die Stadtspitze auf ungewöhnliche Gehaltszahlungen im DVV-Konzern hingewiesen hatte. Danach sollten die Bezüge ehemaliger Betriebsratsmitglieder über das übliche Maß hinaus angehoben worden sein.

Gebäude der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV)

Gebäude der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV)

Bildquelle: WDR

Wegen der Vorwürfe waren der Vorstandsvorsitzende Marcus Wittig und der Personalvorstand Axel Prasch zunächst angewiesen worden, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts auf strafbare Handlungen auf.

Aufsichtsrat beschließt fristlose Kündigungen

Kurz darauf neue Vorwürfe: Die beiden Vorstandsmitglieder sollten angeordnet haben, brisante Dokumente zu vernichten, bevor sie den Ermittlern in die Hände fielen. Daraufhin entließ der DVV-Aufsichtsrat seine beiden Spitzenmanager Anfang Februar fristlos. Sie hätten versucht, "die Aufklärung zu behindern", heißt es in einer Erklärung des DVV-Konzerns vom 3. Februar 2026. Auch die Führungskraft, die sich jetzt vor dem Arbeitsgericht zur Wehr setzte, erhielt eine Kündigung.

Der Skandal ist bis heute nicht endgültig aufgearbeitet. Weitere Prozesse vor dem Arbeitsgericht Duisburg und einer Zivilkammer des Landgerichtes stehen an. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Und der DVV-Konzern selbst hat externe Juristen mit einer Untersuchung beauftragt.

Unsere Quellen:

  • DVV-Konzern
  • Arbeitsgericht Duisburg
  • Bisherige WDR-Berichterstattung

Urteil in DVV-Affäre

WDR 09.09.2026 36 Sek. Verfügbar bis 08.09.2028 WDR Online

Sendung: WDR.de, Urteil in DVV-Affäre, 09.09.2026, 5:10 Uhr

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