Parking Day in Duisburg: Marxloh wandelt Parkplätze um
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiWDR. 2 Min. 28 Sek.. Verfügbar bis 18.09.2028.
Parkplätze verwandeln sich in Lebensräume: In Duisburg-Marxloh werden anlässlich des internationalen Parking Day zwei Parkplätze in einen grünen Treffpunkt umgestaltet. Wo sonst Autos stehen und Platz wegnehmen, sollen sich Menschen begegnen, treffen und entspannen.
Dafür entsteht auf den Parkplätzen ein sogenanntes Parklet, also ein grüner Ort für Anwohner und Fußgänger mit Sitzgelegenheiten. In Marxloh findet dieses Modellprojekt direkt vor einem Café in der Weseler Straße statt.
Mehrere Fußgänger entspannen sich vor dem Café auf den neuen Sitzgelegenheiten
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiQuartiersmanager sieht viel Potenzial
Jan Ottensmann ist der Quartiersmanager für das Stadtteilprojekt "Stark im Norden" in Duisburg-Marxloh und hält die Weseler Straße für einen ganz "besonderen Ort". "Ein Ziel des Parklets ist, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die ein oder andere Gastronomie davon zu überzeugen, im Außenbereich ein bisschen mehr zu machen, um auch einfach Besucherinnen und Besucher, die von außerhalb kommen, einen Ticken länger im Stadtteil zu halten", meint Ottensmann.
"Die Leute sollen einfach sehen, was möglich ist und das soll ein Vorgeschmack sein. Wir hoffen natürlich auf positive Resonanz. Heute war es sehr gut, das muss man sagen." Jan Ottensmann, Quartiersmanager
Platz für Menschen statt Autos - drei Monate lang
Für insgesamt drei Monate soll das Parklet mehr Lebensgefühl nach Marxloh bringen. Der Parking Day möchte vor allem die Stadt der Zukunft hinterfragen. Was könnte aus dem Platz in Städten gemacht werden, der bislang von geparkten Autos besetzt wird?
Auch am August-Bebel-Platz erobern Fußgänger die sonst den Autos vorbehaltenen Parkplätze. Von 15 bis 19 Uhr finden auf einem Teil des Platzes viele Aktionen statt. Wo sonst die kalten Autofronten stehen, beleben Minifußball, Kinderschminken und Bastelaktionen das Viertel. Das könnte ein Blick in die Zukunft für den Platz sein, denn ein großer Umbau ist schon seit einigen Jahren geplant.
Parkplatzsituation auf dem August-Bebel-Platz
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiParkplätze trotzdem nötig
Dass Parkplätze nötig sind, beschreibt auch Jan Ottensmann: "Wir haben hier in den letzten Jahren einiges an Bürgerbeteiligung gemacht und haben auch die Emotionalität gerade bei Gewerbetreibenden mitbekommen. Du kannst ein zehn Kilo schweres Brautkleid nicht mit der Straßenbahn oder sonst wie transportieren."
Ein neues Parkhaus soll am Stadtteileingang entstehen. Auch die ehemalige Fläche der Rhein-Ruhr-Halle stehe in Diskussion, eine temporäre Parkmöglichkeit zu schaffen. Ottensmann baut dabei auf ein Parkleitsystem.
"Es ist schon tricky, hier einen Parkplatz zu finden, ohne so ein Parkleitsystem, um die Leute an entsprechender Stelle und am Ortseingang direkt mitzunehmen. Das ist wichtig, dass das parallel mitgedacht wird." Jan Ottensmann, Quartiersmanager
Weitere Aktionen während der Europäischen Mobilitätswoche
Parallel findet in dieser Woche auch die Europäische Mobilitätswoche statt. Hier setzen Städte und Gemeinden verschiedene Projekte zum Thema Mobilität um. Über 2.000 Städte aus 42 Ländern nehmen offiziell daran teil.
Auch einige Städte am Niederrhein sind dabei. So gibt es in Kleve ebenfalls den Parking Day, in Voerde gibt es ein Ampelquiz und in Dinslaken findet ein Rollatortag statt. Während des Weltkindertags am Sonntag (20. September 2026) dürfen in ganz NRW alle Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren kostenlos Bus und Bahn fahren.
Unsere Quellen:
- Website der European Mobility Week
- Stadt Duisburg
- WDR-Gespräch mit Jan Ottensmann, Quartiersmanager
Sendung: WDR.de, Parking Day in Duisburg-Marxloh, 18.09.2026, 15:26 Uhr